Euro-Krise
Investoren suchen sich das nächste Ziel

Die Politik versucht die Märkte zu beruhigen, doch ohne Erfolg. Die nächsten Pleitekandidaten sind ausgemacht, Investoren verkaufen die Anleihen der Schuldenstaaten, der Euro gerät unter Druck. Das ruft sogar China auf den Plan.
  • 9

FRANKFURT. Die Schuldenkrise in Europa lässt die Investoren nicht los. Die Risikoaufschläge für Anleihen der Schuldenstaaten erreichten neue Rekorde. Am Aktienmarkt stießen die Anleger vor allem Bankaktien ab. Auch der Euro geriet unter Druck. Die europäische Währung rutschte zeitweise unter die Marke von 1,30 Dollar. Im November hat sie damit rund sieben Prozent gegenüber dem Dollar verloren.

Die Anleger beschäftigt nur noch eine Frage: Wer ist der Nächste? Nachdem Irland unter den Rettungsschirm geflüchtet ist, wird offen darüber spekuliert, welches Land folgen könnte. Ein Kandidat ist schon ausgemacht. Es sei nicht mehr eine Frage ob, sondern wann Portugal auf Hilfe angewiesen ist, heißt es an den Märkten.

"Die Märkte sind sehr nervös"

Nahrung erhielten die Spekulationen durch einen Bericht der portugiesischen Notenbank. Darin warnten die Währungshüter vor neuen Problemen portugiesischer Banken. Die Situation sei "ernst" und mache dringende Maßnahmen erforderlich. Sollte die Regierung keine Maßnahmen zur "glaubwürdigen und nachhaltigen Konsolidierung der Staatsfinanzen" ergreifen, werde das Risiko für die Banken untragbar.

"Die Märkte sind sehr nervös", sagte Tommaso Padoa-Schioppa, ehemals italienischer Finanzminister und Mitglied im Direktorium der Europäischen Zentralbank. Es könnten auch solche Länder in Bedrängnis geraten, bei denen eigentlich kein Grund zu solch extremer Sorge bestehe, sagte Padoa-Schioppa, der derzeit die griechische Regierung berät.

Seite 1:

Investoren suchen sich das nächste Ziel

Seite 2:

Kommentare zu " Euro-Krise: Investoren suchen sich das nächste Ziel"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Geld: Tauschmittel oder Selbstzweck?

    Eine lustige Diskussion über Papierscheine oder bits im Computerspeicher läuft da gerade. Der Vorschlag alle Schuldnerländer der 1. Welt wie Schuldnerländer der 3. Welt zu behandeln finde ich klasse. Eine echte Ventilfunktion dürfte es sein wenn deutlich gemacht das der betrogene betrüger die erbärmlichste Figur im ganzen Karneval ist.

    Warum müssen die staatlichen banken fair play zeigen wenn die Gegenseite schwindelt? Und das im Überfluß vorhandene billige Geld der FED (bzw. die gesetzten bits im Computerspeicher) zum Spiel gegen kleine Länder zu benutzen im höchst unfair. Wenn alle beim Finanzspiel betrügen, warum nicht auch der Staat?

  • investoren? So ein Quatsch. Es sind da Spekulanten (Hegde-Funds, GS) am Werk, die Milliarden mit CDS, Anleihen-Short-Selling und EUR-Put-Optionsscheine verdienen. Privat-Anleger (gibt es wohl recht wenige) und Profis werden wohl kaum ihre EUR-Anleihen weit unter Wert hergeben,zumal diese ja auch noch durch die EU quasi garantiert sind. Es sind die Gauner, Short-Seller, die den Markt manipulieren, um den angegriffenen Staat und dessen Wirtschaft (banken) vom Kreditmarkt durch hohe Zinsen
    auszuschliessen, so dass dieser unter den Rettungsschirm fluechten muss. Einfaches Mittel waere, dass die EZb Staatsanleihen ab einem bestimmten Limit aufkauft (z.b. 5 oder 6%) und damit den Gaunern das Geschaeft vermasselt. Unsere Politiker und "Wirtschaftsexperten" haben aber scheinbar entweder nicht den Willen oder Sachverstand, um da einzugreifen. Also warten wir ab, welche Nation als naechste angegriffen wird, starten danach wieder eine grosse Rettungsaktion, schauen wir weiterhin zu, wie unsere Waehrung verfaellt, waehrend die Gauner ihre Milliarden einstreichen und das gleiche schmutzige Spiel mit dem naechsten EU-Staat beginnen...

  • interessante idee: von den Amerikanern lernen, heißt siegen lernen ;-) Auf jeden Fall könnte die untergewichtete beachtung der eigentlich drastischeren US-Schuldenproblematik im Markt, auch zu einem Teil damit zusammenhängen, daß die Amis nicht so sehr auf Anleihekäufer angewiesen sind, weil zur Not immer die FED einspringt.

    Weiß nich, ob ihre idee wirklich umsetzbar ist aber wenn, könnte man gleich das bankensystem zusammenschrumpfen und die Zombiebanken zum Friedhof geleiten. Dann wärn wir den Schrott auch los. Sicherzustellen wäre auch, daß Europa, wenn der Schuldendruck erst mal entspannt ist, wirklich "harte Reformen" umsetzt und zu einer einheitlicheren und stabilitätsorientierten Politik findet.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%