Euro legt zu
Greenspan schwächt den Dollar

Kurz vor seinem Abgang verursacht Fed-Chef Alan Greenspan Wirbel an den Finanzmärkten: Seine Erklärung der jüngsten Zinserhöhung wird als Kurswechsel der US-Notenbank interpretiert. Internationale Banken sagen dem Euro nun eine kräftige Aufwertung voraus.

FRANKFURT. Der US-Dollar hat am Mittwoch mit deutlichen Kursverlusten gegenüber allen wichtigen Währungen auf den am Vorabend angedeuteten Kurswechsel der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) reagiert. Belastend wirkte auch ein neues Rekorddefizit im amerikanischen Außenhandel.

Die Analysten der meisten führenden internationalen Banken spekulieren nun darauf, dass dies das Ende der seit Frühjahr andauernden Stärkephase der amerikanischen Währung einläuten dürfte. Fed-Chef Alan Greenspan hatte die Geldpolitik der US-Notenbank in einer Erklärung zur jüngsten Zinserhöhung zum ersten Mal seit drei Jahren nicht mehr als stimulierend für die Wirtschaft bezeichnet. Dies wurde an den Märkten als Signal für ein baldiges Ende des Zinserhöhungszyklus in den USA interpretiert. Daraufhin stieg der Euro zum Dollar am Mittwochmorgen erstmals seit Anfang November wieder über die Marke von 1,20 Dollar.

„Mit dem Signal der Fed, dass sich der Zinserhöhungszyklus allmählich dem Ende nähert, nimmt die Unterstützung für den Dollar ab“, sagte Jürgen Michels, Ökonom der Citigroup in London. Er prognostiziert, dass der Euro bis zum Ende des ersten Quartals 2006 auf 1,28 Dollar und bis zum Jahresende auf 1,38 Dollar steigt. Die Citigroup ist einer der wichtigsten Akteure am Devisenmarkt.

Die US-Investmentbanken Goldman Sachs und Merrill Lynch sowie die Deutsche Bank rechnen für die nächsten Monate ebenfalls mit einer deutlichen Euro-Aufwertung. Die Deutsche Bank sieht den Euro bis Ende 2006 auf 1,25 Dollar und danach weiter bis 1,40 Dollar steigen. Merrill Lynch prognostiziert ihn bereits Ende 2006 bei 1,39 Dollar, Goldman Sachs ist mit 1,30 Dollar Kursziel zum Jahresende etwas zurückhaltender. Aus dieser Gruppe pflichten allerdings nur die Analysten von Merrill Lynch der Einschätzung bei, dass sich der Zinsvorsprung der USA bald einebnen wird.

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