Euro legt zu: „Wir sehen eine umfassende Dollarschwäche“

Euro legt zu
„Wir sehen eine umfassende Dollarschwäche“

Für die Gemeinschaftswährung geht es weiter bergauf. Fed-Chef Bernanke begrüßte in seiner Rede die lockere Geldpolitik der großen Staaten. Der Markt wertet dies als Schwächesignal für den Dollar.
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FrankfurtDer Euro hat am Dienstag seine Gewinne zum Dollar weiter ausgebaut. Die Gemeinschaftswährung tendierte am Morgen mit 1,3037 Dollar um 0,2 Prozent fester. Zum Yen notierte der Euro mit 128,97 um 0,2 Prozent leichter. US- Notenbankchef Ben S. Bernanke hatte in einer Rede am Montagabend die expansive Geldpolitik der größten Staaten weltweit als „wechselseitig konstruktiv“ bezeichnet.

„Die Europäische Zentralbank hat ihre Bilanz reduziert, während die Fed und Bank of Japan sie weiter ausdehnen“, sagte Richard Grace, leitender Währungsstratege der Commonwealth Bank of Australia. „Wir sehen eine umfassende Dollarschwäche wegen der Anmerkungen von Bernanke.“ Der Fed Präsident hatte gesagt, die wirtschaftliche Situation in den USA sei noch nicht so, wie er sie haben wolle.

Nach den schwachen deutschen Exportdaten für Februar, die deutlich unter den Erwartungen lagen, wird dem Euro jedoch unter Umständen die Dynamik für weitere Gewinne fehlen. „Sollte der Euro nachhaltig über 1,3050 steigen, ist vor allem die 100- Tagelinie bei 1,3143 als wichtige Hürde anzusehen. Jedoch ist kaum davon auszugehen, dass heutige Datenveröffentlichungen starke Impulse liefern,“ schrieb Ralf Umlauf von der Helaba in einem Kommentar am Dienstagmorgen vor Veröffentlichung der Daten.

Fundamentale Impulse dürften am Dienstag Mangelware bleiben. Wichtige Konjunkturdaten mit marktbewegender Wirkung stehen nicht an. Damit dürften die Nachrichtenlage und die Börsenstimmung die Richtung vorgeben. Sorgen um das Euro-Krisenland Portugal, wo die Regierung nach einem Gerichtsurteil ihre Sparvorhaben neu ausrichten muss, hatten den Euro zu Wochenbeginn nicht nachhaltig belastet.

Der Yen, der am Montag zum Dollar erstmals seit Mai 2009 auf bis zu 99 Yen je Dollar abgerutscht war, war am Dienstag fester und notierte um 0,4 Prozent im Plus bei 98,93 Yen je Euro.

Der Schweizer Franken war zum Euro mit 1,2185 um 0,2 Prozent leichter. Zum Dollar bewegte sich der Franken seitwärts bei 93,56 Rappen.

Agentur
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dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Euro legt zu: „Wir sehen eine umfassende Dollarschwäche“"

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  • "Das funktioniert so: Investoren verkaufen Wertpapiere in Dollar oder Yen (zum Beispiel an die Zentralbank, die sie ihnen mit frisch gedrucktem Geld abnimmt) und kaufen stattdessen welche in Euro. Als Konsequenz ändern sich die Wechselkurse - die „Preise“ für Währungen, die Angebot und Nachfrage widerspiegeln."

    So ähnlich scheint es aus Sicht des Journalisten zu laufen. Deshalb steigen in den USA die Börsenkurse und hierzulande fallen sie.

    Diese Logik hat etwas eigentümliches! Das muss man zuerst einmal verstehen lernen.

    Dass das Hndelsblatt derartige Artikel frei gibt, ist schon eigenartig.

  • Bernanke und seine Falschgeldbrüder im Geiste spielen mit dem Feuer. Wenn man mal objektiv betrachtet was passiert, ist es folgendes: Die FED gibt in Form des abstrakten Guts Geld "Bezugsscheine" für Realgüter und potentielle Realgüter aus. Da das Verhältnis von wirklich realisierten und existierenden Realgütern zum Geld aber immer schlechter wird, und gleichzeitig der Schmerz immer größer die eigentlich notwendigen Reformen anzugehen, vor denen man mit der Geldmanipulation ausweicht, ist das Ende absehbar. Eine zeitlang kann man noch die Inflation klein rechnen und hoffen, dass niemand die Enteignung bemerkt. Irgendwann und der Punkt kommt immer näher, sind wir am Point of no return und die Menschen durchschauen den Falschgeldschwindel. Dann geht die Musik aus und alle werden verdutzt feststellen, dass nur ein Bruchteil der versprochenen Stühle bereit stehen und das hauen und stechen von jedem gegen jeden jeweils sich im guten Recht fühlenden, dürfte Seiten im Menschen zum Vorschein bringen, die "wenig lustig" sein werden. Hoffentlcih werden die Falschmünzer dann die ersten Opfer der Wut!

    Vielleicht sind wir diesem Punkt auch schon näher als gedacht und ein Krieg (z.B. mit einem einfach zu provozierenden Irren wie in Nordkorea) könnte dann "notwendig" werden, um den Fokus der Menschen auf "wichtigeres", als dass sie gnadenlos abgezockt werden, zu lenken.

    Es gibt genug Geld. Immer neues zu drucken lenkt doch nur davon ab, dass es sich an den falschen und unproduktiven Stellen staut!

  • Der Absturtz von Euro und Dollar ist geplant. Und dieses Jahr wird es endlich "durchgezogen" .... freut euch !
    Die Menschen schlafen und lassen sich verarschen und belügen auf Teufel komm raus....
    Das rächt sich nun.....

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