Euro leicht im Plus
Markt verdaut die „Büchse der Pandora“

Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem hatte die Märkte mit seinen Äußerungen beunruhigt. Entspannung kehrte später wieder wegen Äußerungen aus dem Direktorium der EZB ein. Doch die Sorgen nach der Zypern-Rettung bleiben.
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FrankfurtDer Euro hat am Dienstag gegenüber dem Dollar nur geringe Gewinne verzeichnet, nachdem er am Vortag auf ein Vier-Monats-Tief gefallen war. Etwas stützend wirkten Äußerungen von EZB-Direktoriumsmitglied Benoit Coeuré, die Europäische Zentralbank werde den Euro mit allen Mitteln verteidigen. Am Montag hatte Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem mit Andeutungen, dass die Sanierung des zyprischen Bankensystems als Modell für andere Länder im Euroraum dienen könne, für Verunsicherung gesorgt.

„Der Markt ist eindeutig noch wegen der Äußerungen von gestern besorgt, dass die Situation in Zypern ein Modell für andere Länder ist“, sagte Adam Cole, Devisenstratege bei Royal Bank of Canada in einem Telefoninterview. „Das bringt einige der Extremereignisrisiken zurück, die die EZB so erfolgreich zurückgedrängt hatte.“

Der Euro notierte zuletzt bei 1,2874 Dollar, knapp 0,2 Prozent über dem Kurs des Vortags. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittag auf 1,2861 (Montag: 1,2935) Dollar festgesetzt.

Der Franken war zum Euro mit 1,2207 Franken je Euro 0,1 Prozent leichter, gegenüber dem Dollar war die Schweizer Währung mit 94,81 Rappen je Dollar kaum verändert. Der Yen gab gegenüber dem Euro um 0,2 Prozent auf 121,27 Yen je Euro nach. Gegenüber dem Dollar war der Yen mit 94,18 Yen je Dollar praktisch unverändert.

Unterdessen ist der Forint trotz Zinssenkung gestiegen: Die Währungshüter hatten die Leitzinsen um 25 Basispunkte auf das Rekordtief von 5,0 Prozent reduziert. Vereinzelt war allerdings nicht ausgeschlossen worden, die Zentralbank könnte bei der ersten Entscheidung unter Vorsitz ihres neuen Chefs Gyorgy Matolcsy einen radikaleren Schritt von 50 Basispunkten vornehmen. So zog der Forint deutlich an. Für einen Euro mussten am Nachmittag nur noch 303,50 Forint bezahlt werden. Am Vorabend waren es noch 306 Forint.

Analysten hatten im Schnitt mit der Zinssenkung um 25 Basispunkte gerechnet. Doch immer wieder waren Stimmen laut geworden, auch eine Senkung um 50 Basispunkte wäre möglich. "Offenbar hatten viel Anleger doch insgeheim darauf gesetzt", sagte ein Händler in Frankfurt am Nachmittag. Diese hätten nun die Nachricht als Anlass genommen, um ihre Euro-Gewinne mitzunehmen.

In Erwartung auf eine aggressive Lockerungspolitik von Matolcsy – er ist ein überzeugter Anhänger des umstrittenen Ministerpräsidenten Viktor Orban – hat der Forint seit Jahresbeginn schon rund fünf Prozent verloren. Orban wird vorgeworfen, immer mehr Macht an sich zu ziehen. Kritiker sehen die Unabhängigkeit der Zentralbank bedroht. Matolcsy gilt als Befürworter einer extrem lockeren Geldpolitik, um die Wirtschaft des Landes wieder anzukurbeln. Viele Analysten rechnen damit, dass die Notenbank die Zinsen noch bis auf 4,5 Prozent herunterschrauben wird.


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  • Wer es glaubt wird Selig. Bei der Russischen Mafia hält man den Deckel darauf und bei Italien, ist doch klar das wir bezahlen. Wenn die EZB bei diesem Kurs nicht Interveniert, bin ich der Weihnachtsmann.

  • hmm, endlich scheint es wohl damit zu klappen, dass die Bankster dafür gerade stehen müssen, was sie angerichtet haben.

    Schade, das Land Brandenbur hat ja mal locker 290 Millionen dort in Zypern geparkt. Naja, wen wundert es schon. Wer den Flughafen Berlin so vermasselt, der vermasselt eben auch das Rentengeld seiner Beamten. Evlt. sollte man besser westdeutsche Politiker diese Ost-Länder regieren lassen.

    Bis dahin freu ich mich darüber, dass es den Bankstern an den Kragen geht. Ich bin short bei Banken und gerade die nette Commerzbank war bisher immer sehr lieb zu mir.

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