Devisen + Rohstoffe
Euro nimmt Kurs auf 1,27-Dollar-Marke

Der Euro hat am Montag seine Rekordjagd fortgesetzt und knapp unter der Marke von 1,27 Dollar einen neuen Höchststand erreicht. In der Spitze kletterte die europäische Gemeinschaftswährung bis auf 1,2694 Dollar. Am Nachmittag rutschte der Euro aber wieder leicht auf 1,2666 Dollar ab.

HB FRANKFURT. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,2657 (Freitag: 1,2592) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7901 (0,7942) Euro. Allein im vergangenen Jahr hat der Euro im Vergleich zum Dollar um rund 20 Prozent aufgewertet.

Der Präsident des Münchner Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, warnte in einem Interview der „Berliner Zeitung“ vor den Folgen eines weiteren Anstiegs des Euro. Dieser könnte sich zu einer ernsthaften Gefahr für den Konjunkturaufschwung in Deutschland entwickeln. Aus Befragungen von Unternehmen gehe hervor, dass bei einem Euro-Kurs von 1,30 Dollar die Gefährdungsgrenze erreicht werde. Bei noch höheren Kursen, die derzeit nicht ausgeschlossen werden könnten, werde der Export trotz der Wechselkursabsicherungen der Firmen in Mitleidenschaft gezogen. „Dann wird die Luft für exportorientierte Firmen wirklich dünn“, sagte Sinn.

Ein rasches Ende des Höhenfluges des Euro erwartet Devisenexperte Folker Hellmeyer von der Bremer Landesbank unterdessen nicht. Das nächste Kursziel für den Euro sieht der Experte bei 1,2750 Dollar. Abnehmende Kapitalströme in die USA bestimmten derzeit die Entwicklung. Auch nach Einschätzung der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) ist kein Ende der Dollar-Schwäche auszumachen. „Der Markt hat sich auf einen schwächeren Dollar eingeschossen. Das ist zu einem Selbstläufer geworden“, sagte Helaba-Devisenexpertin Antje Praefcke.

Der Weg für eine weitere Aufwertung des Euro sei frei. Bereits in den kommenden Wochen dürfte der Euro bis auf 1,30 Dollar klettern und auch Kurse von 1,35 Dollar seien nicht ausgeschlossen. Triebfeder des jüngsten Höhenfluges seien auch Hinweise aus der US-Notenbank, dass die Leitzinsen mittelfristig niedrig bleiben werden. Das Zinsgefälle zwischen den USA und der Eurozone bliebe damit bestehen.

Die ausgeprägte Dollarschwäche zeigte sich auch zu anderen wichtigen Währungen. Im Verlauf rutschte der Dollar zum Yen auf den tiefsten Stand seit drei Jahren und zum Pfund auf ein neues Elf- Jahres-Tief. Die EZB legte die Referenzkurse für einen Euro auf 0,70260 (0,70545) britische Pfund, 134,53 (134,72) japanische Yen und 1,5594 (1,5615) Schweizer Franken fest. Im Sog der Dollarschwäche kletterte der Goldpreis zeitweise auf den höchsten Stand seit 13 Jahren. Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 420,60 (415,25) Dollar notiert. Der Kilobarren kostete 10 620 (10 615) Euro.

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