Euro profitierte im Nachmittagshandel von enttäuschend ausgefallenen US-Konjunkturdaten
Schwedisches Votum kann Euro nicht stoppen

Während es auf der politischen Ebene zahlreiche Reaktionen auf das Ergebnis des Euro-Referendum der Skandinavier gab, zeigte sich der Devisenmarkt am Montag von der Entscheidung unbeeindruckt. Der Kurs der Gemeinschaftswährung legte zum Dollar zu.

HB FRANKFURT/MAIN. Der Euro kletterte über die Marke von 1,13 Dollar, das klare Nein der Schweden zur Gemeinschaftswährung spielte dabei offensichtlich keine Rolle. Der Euro kostete am Abend 1,1306 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1281 (Freitag: 1,1172) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8864 (0,8951) Euro. Der Euro profitierte im Nachmittagshandel von enttäuschend ausgefallenen US-Konjunkturdaten.

„Die jüngsten Konjunkturdaten aus den USA deuten nicht auf eine dynamische Wirtschaftsentwicklung hin“, kommentierte Thomas Amend vom Bankhaus HSBC Trinkaus & Burkhardt. Die US-Industrieproduktion war im August mit 0,1 % weniger stark als erwartet gestiegen. Der am Markt vorherrschende Konjunkturoptimismus sei durch die Zahlen nicht bestätigt worden.

Die schwedische Krone gab zum Euro nach. Zum Nachmittag stieg der Euro bis auf 9,1547 Kronen. Die EZB hatte zuvor den Referenzkurs noch auf 9,1420 Kronen festgesetzt (Freitag: 9,0950 Kronen). Einige Marktteilnehmer hätten vor dem Wochenende offenbar noch auf eine positiven Ausgaben des Referendums spekuliert, sagte Amend.

Devisenexperte Carsten Fritsch von der Commerzbank bezeichnete vor allem das Ausmaß der Ablehnung als überraschend. „Dieses Misstrauensvotum wird den Euro langfristig auch zum US-Dollar belasten.“ Die Schweden hatten am Sonntag bei einer Volksabstimmung einen Beitritt zum Euro mit einer klaren Mehrheit von 56,1 % abgelehnt.

„Der Ausgang des Referendums ist eine schallende Ohrfeige für die Wirtschafts- und Finanzpolitik in der Eurozone“, sagte Fritsch. Während starke Volkswirtschaften wie Schweden, Großbritannien und Dänemark die Einführung des Euro ablehnten, sei eine baldige Einführung des Euro in den osteuropäischen EU-Beitrittsländer zu erwarten. Nur drei der 15 EU-Ländern sind nicht Mitglieder der Euro- Zone. In Dänemark war ein Beitritt zum Euro bereits im September 2000 mit einer Mehrheit von 53,1 % abgelehnt worden.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,7038 (0,7010) britische Pfund, 132,54 (130,79) japanische Yen und 1,5574 (1,5561) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London mit 373,50 (378,25) US-Dollar notiert. Der Kilobarren kostete 10 735 € nach 10 895 € am Freitag.

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