Euro springt zur US-Devise auf den höchsten Stand seit zwei Monaten
Experten erwarten weiter schwachen Dollar

Der Eurokurs hat sich am Donnerstag wegen Spekulationen über ein steigendes US-Handelsdefizit über der Marke von 1,34 Dollar etabliert. Mit 1,3455 Dollar erreichte die Gemeinschaftswährung im frühen Handel den höchsten Stand seit mehr als zwei Monaten. Der Dollar kostete zuletzt 0,7448 Euro. Währungsexperten erwarten mehrheitlich, dass sich die US-Devise weiter abschwächen wird.

HB DÜSSELDORF. Kurzfristig stehen am Devisenmarkt einmal mehr die US-Leistungs- und Handelsbilanzdaten im Vordergrund, die zu den Hauptbelastungsfaktoren des Dollars zählen. Die Daten sollen am Freitag bekannt gegeben werden. „Der Optimismus, der die Märkte zuvor getrieben hat, ist wieder verpufft“, sagt Michael Klawitter, Devisenstratege der WestLB. Für Freitag werde mit einer sehr negativen Zahl gerechnet. Ulrich Wortberg, Währungsanalyst der Helaba, befürchtet, dass es „eine Überraschung von der negativen Seite her gibt“. So spreche auch der Anstieg der Ölpreise für eine erneute Ausweitung des Defizits. Der feste Ölpreis lasse zudem „Zweifel an dem Wachstumsoptimismus in den USA aufkommen“, sagt Klawitter.

Eingeleitet wurde der Stimmungsumschwung zu Lasten des Dollars bereits Ende vergangener Woche mit den jüngsten Arbeitsmarktdaten aus den USA. Diese zeigten zwar eine positive Entwicklung auf, enttäuschten aber die Erwartungen der Marktteilnehmer. „Das Bild am Arbeitsmarkt wurde durch die Zahlen nicht grundlegend gedreht“, sagt Klawitter. Die Enttäuschung habe die Vorgabe für die jüngste Entwicklung des Dollars gegeben, ergänzt Helaba-Experte Wortberg. Jedoch handele es sich nicht um eine Euro-Stärke. „Wir sehen eine Dollar-Schwäche“. Denn auch andere Währungen wie der kanadische Dollar oder der Schweizer Franken hätten gegenüber dem Dollar zugelegt.

Unterstützt wurde die Befestigung des Euros durch erste Spekulationen, dass die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinsen anheben könnte. „Der Euro wird durch die zunehmenden Anzeichen für eine Zinserhöhung unterstützt“, sagte Benedikt Germanier, Stratege bei UBS, der Agentur Bloomberg. EZB-Ratsmitglied Nout Wellink hatte zuvor gesagt, dass die Leitzinsen für den Euro-Raum angehoben werden dürften, um die Inflation in den Griff zu bekommen. Gleichzeitig dämpfte in den USA Fed-Gouverneur Ben S. Bernanke Hoffnungen, dass das Tempo der US-Leitzinserhöhungen zunehmen könnte.

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