Euro über 1,40
Fed schickt Dollar erneut auf Talfahrt

Die Währungskrise ist nicht vorbei. Auch heute ist die Lage an den Devisenmärkten angespannt. So schwächt die Aussicht, dass die US-Zentralbank zusätzliches Geld in den Wirtschaftskreislauf pumpt, den Dollar und stärkt die asiatischen Währungen, mit Ausnahme des Yen. Auch der Euro ist wieder auf dem Weg nach oben.
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HB TOKIO/DÜSSELDORF. Der Euro ist am Mittwoch kurzzeitig wieder über 1,40 Dollar gestiegen. In der Spitze kostete die Gemeinschaftswährung bis zu 1,4001 Dollar. Gegen 12 Uhr kostete ein Euro 1,3985 Dollar und damit 0,5 Prozent mehr als am Vorabend. Bereits am Dienstagabend hatte der Euro spürbar zugelegt. Ein Dollar war zuletzt 0,7 154 Euro wert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstagmittag noch auf 1,3 833 (Montag: 1,3 936) festgesetzt.

Auftrieb erhielt der Euro bereits am Dienstag durch die Aussicht auf eine weitere Lockerung der bereits sehr expansiven Geldpolitik in den USA. Wegen der schwächelnden US-Konjunktur halten viele Mitglieder der Notenbank Fed einen solchen Schritt für sinnvoll. Die hohe Wahrscheinlichkeit einer weiteren Lockerung der amerikanischen Geldpolitik ist ein Hauptgrund für den seit Wochen schwachen Dollar.

Japans Finanzminister kommt derweil aus dem Drohen nicht raus. Man werde den Aufwärtstrend des Yen nicht hinnehmen, sagte Yoshihiko Noda am Mittwochmorgen einmal mehr, und schloss wie bereits am Vortag eine Intervention am Devisenmarkt nicht aus. Grund dafür war die Tatsache, dass aus den am Vorabend enthüllten Details der Sitzung der US-Zentralbank vom 21. September hervorgeht, dass die Fed wohl schon in Kürze weiteres Geld in den Wirtschaftskreislauf pumpen will. Investoren flüchteten daraufhin in die sicherere und stärkere Währung Yen.

Doch Noda konnte sich später beruhigen. Erstmals seit fünf Tagen fiel der Yen dann doch - auf 114,46 zum Euro von 113,79 und auf 81,83 zum Dollar von 81,72. Südkoreas Won bekam hingegen die Auswirkungen der Fed-Pläne zu spüren. Er stieg auf den höchsten Stand seit einem Monat. "Wir sehen definitiv gestiegene Erwartungen auf eine quantitative Lenockerung im US-Markt", sagte Ko Yun Jin, Währungshändler in Seoul, der Nachrichtenagentur Bloomberg. Der Won stieg um 1,1 Prozent auf 1.119,45 zum Dollar.

In China hat die Notenbank die heimische Währung Yuan am Mittwoch zum Dollar so hoch festgelegt wie noch nie. Der Kurs lag demnach bei 6,6693 (Vortag: 6,6775) Yuan. Auf Basis dieses Mittelwerts kann der Yuan 0,5 Prozent nach oben und nach unten schwanken.

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