Euro vs. US-Dollar
Die Teile im Währungspuzzle passen nicht

Der Euro steigt und steigt und steigt. Im Moment notiert er bei fast 1,16 Dollar – so viel wie seit acht Monaten nicht mehr. Trotz Niedrigzins. Trotz lockerer Geldpolitik. Die Devisenmärkte sind außer Rand und Band.
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Frankfurt am MainDer Euro klettert auf neue Höhen. Mehr als 1,16 Dollar werden derzeit am Devisenmarkt für einen Euro fällig. Das ist der höchste Stand seit Ende August 2015. Allein seit Jahresbeginn wertete er gegenüber der US-Währung um fast acht Prozent auf. Und zwar trotz historischer Niedrigzinsen und lockerer Geldpolitik im Euroraum. Trotz der eingeleiteten Zinswende in den USA. Ersteres sollte die europäische Gemeinschaftswährung der Theorie nach schwächen. Letzteres sollte den Dollar stärken.

Doch am Währungsmarkt herrscht eine neue Realität. Bei den großen Währungen  der Industrieländer hat der Leitzins seine Steuerungsfunktion verloren. Niedrigzinsen allenthalben hebeln altbekannte Theorien aus.

Seitdem Janet Yellen am 17. Dezember 2015 das erste Mal seit fast zehn Jahren die Zinsen anhob, hat sich der Dollar gegenüber dem Euro verbilligt. Wurden vor dem Entscheid noch 1,09 Dollar für einen Euro fällig, sind es heute schon 1,16 Dollar. Eigentlich, so waren sich Ökonomen fast einstimmig einig, sollte das Investorengelder in die USA ziehen. Der Dollar würde teurer werden. Wurde er aber nicht.

Der Rentenfondsmanager von Union Investment, Frank Engels, schreibt die Stärke des Euros und des Yens vor allem der Schwäche des Dollars zu. Die Händler zeigen sich enttäuscht ob der offenbar ausbleibenden Zinsschritte in den USA. Ließ die Fed sie zunächst mit vier Aufwärtsschritten in diesem Jahr rechnen, gehen sie nun allenfalls noch von insgesamt zwei aus.

Doch es ist nicht nur das Verhältnis Euro-US-Dollar, das gestört ist. Ähnlich ergeht es der US-Währung gegenüber dem Yen. Der ist derzeit so teuer wie seit September 2014 nicht mehr. Für einen Dollar zahlen die Japaner heute 105 Yen. Mitte Januar waren es noch mehr als 120 Yen. Seitdem hat die Währung um knapp 13 Prozent aufgewertet. Und das, obwohl die japanische Notenbank, die Bank of Japan, ihren Leitzins auf minus 0,1 Prozent gedrückt hat. Die Puzzleteile – die Instrumente der Zentralbanken – scheinen zu passen. Doch das Bild will sich einfach nicht zusammenfügen.

Auch Øystein Olsen, der Chef-Notenbanker Norwegens, versteht den Markt nicht mehr. Nachdem er im März den Leitzins des Landes auf ein historisches Tief von 0,5 Prozent gesenkt hat, räumte er auf Nachfrage ein, verteuerte sich die Landeswährung. Auf die Frage warum, musste er eingestehen: „Ich weiß nicht, warum die Krone aufgewertet hat.“

Geht es an den internationalen Finanzmärkten turbulent zu, konnte in der Vergangenheit meist Gold profitieren. Das Edelmetall gilt als sichere Anlage in Krisenzeiten. Und so verwundert es nicht, dass Gold in diesem Jahr ein fulminantes Comeback feiert. Rauschte der Preis zur Jahreswende noch auf ein Sechs-Jahres-Tief von 1.058 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm), greifen die Anleger seitdem wieder kräftig zu. Derzeit kostet die Feinunze fast 1.300 Dollar – ein sattes Plus von mehr als 22 Prozent. Ausgelöst hat diese Rally der China-Crash im Januar. Doch seitdem ebbt der Kursanstieg nicht ab.

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