Euro-Wetten
Hedge-Fonds haben sich am Euro die Finger verbrannt

So einige Hedge-Fonds haben es sich nicht nehmen lassen, gegen den Euro zu spekulieren. Doch sie lagen daneben – und der Anstieg der Einheitswährung hat sie eiskalt erwischt. Sie mussten ihre Positionen schließen.
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Frankfurt/New YorkDie jüngste Euro-Rally hat viele Investoren gezwungen, ihre Wetten gegen die Einheitswährung aufzugeben. Darunter befinden sich zahlreiche Hedge-Fonds. "Gegen den Euro haben viele Hedge-Fonds spekuliert", sagt Jacob Schmidt, Chef des Londoner Branchenberaters Schmidt Research Partners. "Einige Fonds haben sich dabei die Finger verbrannt und mussten ihre Positionen jetzt schließen."

Zwar können Hedge-Fonds den riesigen Devisenmarkt kaum beeinflussen. Hedge-Fonds verwalten rund 2,1 Billionen Dollar und erhöhen ihren Einsatz oftmals über Kredite. Gemessen am Volumen des Devisenmarkts ist das aber zu wenig, um Währungen wie den Euro vor sich her zu treiben: Dort gehen allein täglich rund 3,1 Billionen Dollar um - zudem engagiert sich nur ein Teil der Hedge-Fonds am Devisenmarkt. Dennoch sind Währungswetten an dem hochliquiden Markt beliebt.

Auch Jon Stein, Devisenchef beim Vermögensverwalter Parker Global, hat beobachtet, dass Anleger wie Hedge-Fonds rasch umsteuern mussten: "Viele Geldmanager wurden kalt erwischt", sagt er. Bereits im August fiel der Währungsindex Parker Global Currency Managers, der die Wertentwicklung von einem Dutzend Währungsfonds aufzeigt, um 0,9 Prozent. Laut Stein schwenkten alle Fonds im Index zuletzt auf einen Euro-Anstieg um. Davor hatten sie ab Mai verstärkt auf einen Verfall des Euros gesetzt.

Renditeangaben von Hedge Fund Research deuten ebenfalls darauf hin, dass viele Hedge-Fonds mit Währungswetten daneben lagen: Sogenannte Macro-Fonds kamen von Januar bis August nur auf ein Plus von einem Prozent, während die Branche im Schnitt 3,5 Prozent zulegte. Macro-Fonds versuchen, Trends auf vielen Märkten auszuspüren und zeitig entsprechend zu investieren. Werner Goricki, Vorstand beim Frankfurter Berater Prime Capital, meint, dass vor allem Trendfolgefonds betroffen seien. Deren computergesteuerte Investments haben Probleme, wenn ein Trend kurzfristig bricht.

Riesenwetten - so wie der einstige Hedge-Fonds-Star George Soros 1992 gegen das britische Pfund spekulierte - gibt es laut Branchenkennern heute nicht mehr. "Große pauschale Wetten gegen den Euro sind selten geworden", sagt ein Dachfondsmanager. Zudem nähmen viele Hedge-Fonds die Äußerung Mario Draghis, Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), Ende Juli ernst. Draghi hatte gesagt, dass die EZB bereit sei, alles Erforderliche zu tun, um den Euro zu erhalten. Hedge-Fonds seien vorsichtiger geworden, sagt auch Berater Schmidt. "Kein Fonds hält längere Verlustphasen mehr durch. Die Investoren üben Druck aus: Sie wollen keine aggressiven, großen Einsätze mehr."

Der Autor ist Managing-Editor des Handelsblatts in den USA. Quelle: Frank Beer für Handelsblatt
Thomas Jahn
Handelsblatt / Korrespondent New York

Kommentare zu " Euro-Wetten: Hedge-Fonds haben sich am Euro die Finger verbrannt "

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  • Hedge-Fonds sind DIE Seuche des Jahrhunderts.
    Wenn etwas transparenter werden muß, dann ist es genau das.
    Das führt auch dazu, das kaum noch jemand kontrollieren kann, welches Geld da eigentlich verwettet wird, der Geldwäsche und der Korruption wird Tür und Tor geöffnet.
    Der Verbraucher kann nicht mehr überblicken welche Produkte er tatsächlich kauft, und welche Bank er bei welchen Geschäften untersützt.
    Ich will keiner Bank mein Geld anvertrauen, die Waffengeschäfte finanziert, keine die Sklaven-Projekte (230 tote Arbeiter in Pakistan) finanziert, und keine die mit Grundnahrungsmitteln spekuliert, z. B.
    Genauso wie ich solche Produkte, die mit solchen Finanzierungen und Wetten, produziert werden, nicht kaufen will.
    Hier ist also noch einiges mehr nötig, als das sich ein paar Leute an bestimmten Fonds und Spekulationen die Finger verbrennen.
    Sind diese unbeobachtet, richten diese im verborgenen Schaden an.

  • Burn baby burn!

    Lord Rothschild Betting On Euro Collapse?

    Banking titan places $200 million dollar short against single currency

    Monday, August 20, 2012

  • Hallo MaRu111 -- es geht noch kürzer

    SUPER!

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