Europa und USA
Warum die Ölpreise weit auseinanderklaffen

Rohöl in den USA ist derzeit deutlich billiger als in Europa. Die Differenz liegt bei mehr als 22 US-Dollar. Das hat marktwirtschaftliche und politische Gründe.
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FrankfurtAm Rohölmarkt entwickeln sich die Preise in Europa und den USA immer weiter auseinander: Am Mittwoch stieg die Differenz zwischen den weltweit meistgehandelten Ölsorten, der Nordseesorte Brent und US-Öl der Marke West Texas Intermediate (WTI), auf mehr als 22 Dollar.

Größer war der Unterschied zuletzt vor etwa einem Jahr. Beobachter begründen die Entwicklung mit Faktoren sowohl diesseits als auch jenseits des Atlantiks. So ist das Überangebot in den USA nach wie vor groß, was die Preise für amerikanisches Rohöl drückt. Hingegen sorgen in Europa vor allem politische Risiken in der Golfregion für steigende Ölpreise. Zudem profitiert der Ölmarkt generell von der extrem lockeren Geldpolitik der Notenbanken.

Zurzeit kostet ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent rund 114 Dollar. Rekordpreise von mehr als 140 Dollar wie während der Finanzkrise 2008 liegen zwar in weiter Ferne. Allerdings hat der Brentpreis seit diesem Sommer kräftig um rund 25 Prozent angezogen.

Unterdessen kostete ein Fass der amerikanischen Ölsorte WTI aktuell 92 Dollar und damit viel weniger als Nordseeöl. Größer war der Preisunterschied zuletzt vor einem Jahr, als Brent etwa 25 Dollar mehr als WTI gekostet hatte. Bis Anfang 2011 hatten sich die Ölpreise auf etwa gleichem Niveau bewegt. Warum klaffen die Ölpreise nun so stark auseinander?

„Die Gründe für die Entwicklung liegen in den USA, in Europa und der Golfregion“, sagt Rohstoffexperte Eugen Weinberg von der Commerzbank. Den viel geringeren Preis von US-Rohöl erklärt er vor allem mit der Angebotsseite: So produzieren die USA zurzeit so viel Öl wie seit 16 Jahren nicht mehr. Hinzu kommt, dass die Transport-Kapazitäten knapp sind, insbesondere über die wichtigen Ölpipelines.

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Lockere Geldpolitik stützt die Ölpreise

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  • Sie haben die stärkere US-Regulierung der Ölmärkte vergessen, die der Herr Gensler beaufsichtigt (Commodity Futures Trading Commission). Als diese neue (Mengen)Regulierung eingeführt wurde sind die großen Rohstoffhändler (u.a. Deutsche Bank, Goldman etc.) nach London umgezogen und das zeigt sich in den höheren Futurepreisen. Wahrscheinlich können die Händler den US-Öl-Markt nicht mehr "leerkaufen".

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