Expansionspläne Künftig auch Ökostrom an der Börse EEX

Deutschlands Energiebörse EEX will künftig auch Ökostrom mit Herkunftsnachweis handeln lassem. Ein genaues Datum für den Start steht zwar noch nicht fest, doch die EEX hat sich für das kommende Jahr viel vorgenommen.
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An der Leipziger Energiebörse plant man eine Ausweitung des Angebots. Quelle: dpa

An der Leipziger Energiebörse plant man eine Ausweitung des Angebots.

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LeipzigDeutschlands einzige Energiebörse EEX Leipzig will künftig den Handel mit Ökostrom mit Herkunftsnachweis anbieten. Wann konkret es solche Ökostrom-Produkte im EEX-Handel geben werde, sei aber noch offen. Einen Termin gebe es noch nicht, sagte Vorstandschef Peter Reitz am Montag in Leipzig.

Außerdem solle der börsliche Gashandel weiter angekurbelt werden. Als Erfolg habe sich der Übergang zum 24-Stunden-Handel am Spotmarkt erwiesen. Der Gasumsatz kletterte um 45 Prozent auf 1,2 Millionen Euro. Längerfristiges Ziel ist die Entkoppelung von Öl- und Gaspreis. Die EEX liefere einen börslichen Index für den deutschen Gasmarkt.

Die Energiebörse will für die neue Handelsperiode ab 2013 Plattform für die anstehenden europäischen Auktionen von C02-Zertifikaten werden. Bisher werden zehn Prozent der Emissionszertifikate über Auktionen verkauft. Dieser Anteil werde künftig auf 50 Prozent ansteigen. Neben Deutschland wickelt die EEX auch die Auktionen für die Niederlande und Litauen ab. „Wir haben uns auf alle Ausschreibungen beworben“, sagte Reitz. Er kündigte weitere Investitionen in IT-Systeme an. Die Zahl der Mitarbeiter soll „zweistellig“ steigen. Derzeit beschäftigt die Börse 127 Mitarbeiter. Stammsitz ist in Leipzig, zudem hat sie Büros in London und Brüssel.

Trotz erheblicher Unsicherheiten im Markt durch die Reaktorkatastrophe in Japan und den Atomausstieg sei 2011 für die EEX ein Rekordjahr gewesen. Der Umsatz stieg um sechs Prozent auf 45,6 Millionen Euro. Der Vorsteuergewinn wuchs um acht Prozent auf 17,2 Millionen Euro. Hauptumsatzbringer ist der Stromhandel mit 32,6 Millionen Euro. An der Börse werden laut Verbraucherzentrale etwa 15 Prozent der Strommenge gehandelt, die in Deutschland verbraucht wird. Die Atomkatastrophe habe kurzzeitig zu einem Handelshoch geführt, doch dann sei schnell wieder Normalität eingekehrt. In diesem Jahr sollen Umsatz und Ergebnis nochmals steigen.

  • dpa
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