Experten erwarten trotz G7-Erklärung keine Trendwende
Euro-Stärke heizt Zinsspekulationen an

Die Äußerungen der Finanzminister und Notenbankchefs der Gruppe der sieben führenden Industrieländer (G7) zu den Wechselkursen haben die Märkte offenbar nicht überzeugt.

FRANKFURT/DÜSSELDORF. Der Euro behauptete sich gestern gegenüber der US-Währung meist über 1,27 Dollar. Dieses Niveau hatte er bereits am Freitag – also vor dem G7-Treffen in Boca Raton – im Zuge schwächerer US-Arbeitsmarktdaten erreicht. Die zum Teil erhoffte Trendwende beim Euro ist damit ausgeblieben. Experten rechnen nun mit einer weiteren Aufwertung der europäischen Gemeinschaftswährung gegenüber dem Dollar.

Nach dem Treffen hatten die Teilnehmer erklärt: „Außerordentliche Schwankungen und ungeordnete Veränderungen in den Wechselkursen sind nicht wünschenswert.“ Die Wechselkurse müssten zudem die wirtschaftlichen Fundamentaldaten widerspiegeln. Laut Holger Achnitz, Leiter Devisensales, Citigroup Global Markets Deutschland, hat damit „das G7-Treffen wenig Neues gebracht“. Der Druck auf den Dollar werde daher weiter anhalten.

Die fortgesetzte Euro-Stärke hat an den Märkten Spekulationen wieder wachgerufen, die Europäische Zentralbank (EZB) könne noch einmal den Leitzins senken. Dabei kursiert unter Analysten auch die Vermutung, EZB-Präsident Jean-Claude Trichet habe möglicherweise bei denWährungsgesprächen eine Zinssenkung in Aussicht gestellt. „Man könnte vermuten, dass Trichet als Gegenleistung für das kleine Entgegenkommen der Amerikaner der G7 versichert hat, dass die EZB im Falle einer weiteren Euro-Aufwertung zu einer Zinssenkung bereit wäre“, schreibt Julian Callow, Europa-Chefvolkswirt von Barclays Capital . Die Vertreter Europas hatten es nach dem Treffen in Boca Raton als Erfolg bezeichnet, dass die Ablehnung exzessiver Währungsschwankungen in das Kommuniqué aufgenommen wurde.

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