Experten korrigieren Prognosen
Rohstoffhausse hält noch bis 2007 an

Die Stimmung an den internationalen Rohstoffmärkten hat wieder gedreht. Die Baissisten, die bisher auf fallende Notierungen gesetzt hatten, treten neuerdings wieder als Käufer auf. Sie müssen sich schleunigst eindecken, um ihre Verluste zu begrenzen.

LONDON. Denn die Preise vieler Rohstoffe steigen wieder. Analysten, Verarbeiter und auch Spekulanten zweifeln inzwischen daran, dass die Rohstoffhausse schon in diesem Sommer zu Ende gehen wird. Bislang wurde erwartet, dass dann eine deutliche Preiskorrektur nach unten einsetzen wird.

Dem bisherigen Baisseszenario lag zu Grunde, dass sich das Weltwirtschaftswachstum abschwächen wird und ein überreichliches Angebot aus neuen Kapazitäten die Rohstoffpreise zusätzlich belastet. Doch stattdessen „expandiert die Weltwirtschaft weiterhin rapide“, wunderte sich zuletzt selbst Chef der britischen Zentralbank, Mervyn King. China und wichtige Wirtschaftsdaten wie das Konsumentenvertrauen in den USA und der deutsche Ifo-Geschäftsklimaindex signalisieren nämlich: Es geht weiter aufwärts. Und statt des prognostizierten Überangebots verknappt sich die Produktion etwa bei Kupfer durch Streiks oder andere Produktions- und Expansionsprobleme.

„Die Anleger an den Märkten passen ihre Strategien bereits den neuen Gegebenheiten an“, beobachtet Ingrid Sternby von Barclays Capital in London. Sie weiteten ihre Haussepositionen bei den Metallen und im Energiekomplex erneut aus, begrenzten jedoch ihre Risikopositionen in einigen Bereichen des Agrarmarktes. Bei Baumwolle etwa sind die Skeptiker an den amerikanischen Märkten bereits seit drei Wochen in der Überzahl. Und bei Sojabohnen und Weizen agieren die Baissespekulanten derzeit besonders aggressiv, meint ein Händler in Chicago. Bei Weizen befürchteten die bisherigen Haussespekulanten durch die Ausbreitung der Vogelgrippe zunehmend negative Auswirkungen auf die Nachfrage. Außerdem dämpften zuletzt Regenfälle im amerikanischen Getreidegürtel Befürchtungen über Dürreschäden an der nächsten Ernte.

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