Experten rechnen mit höherer Förderung – Analysten sehen den Preis langfristig bei 35 Dollar je Barrel
Lage am Ölmarkt hat sich entspannt

Die Rohölpreise haben sich an Donnerstag auf niedrigerem Niveau stabilisiert. Ein Grund für die jüngste Entspannung war ein Anstieg der Öl- und Benzinvorräte in den USA, dem Land mit dem weltweit größten Energieverbrauch.

FRANKFURT/M. Das Nordseeöl Brent kostete 42,50 (nach 43,27) je Barrel, und für US-Rohöl der Marke West Texas Intermediate (WTI) wurde ein Preis von 48,10 (nach 48,86) Dollar je Barrel bezahlt. WTI hatte Ende Oktober noch den Rekordpreis von 55,67 Dollar erzielt. Ein Grund für die jüngste Entspannung war ein Anstieg der Öl- und Benzinvorräte in den USA, dem Land mit dem weltweit größten Energieverbrauch.

Die Internationale Energie Agentur (IEA) sagt, die Hausse am Rohölmarkt habe ihren Höhepunkt überschritten. Einige Analysten warnen indes vor einer solchen Sicht der Dinge. Für eine Entwarnung sei es noch zu früh. „Die Energiebestände in den USA liegen noch immer um rund 1,5 Prozent unter dem Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre“, sieht Wayne Andrews von der US-Investmentbank Raymond James & Associates noch keine Anzeichen für eine endgültige Wende. „Wir sehen weiter das Potenzial für eine Ölpreisrally in diesem Winter“, warnt auch Katherine Spector von JP Morgan vor hohen Erwartungen.

Als eine große Unbekannte am Rohölmarkt gilt dabei die künftige Fördermenge der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec). Derzeit fördern die Opec-Staaten rund 30 Mill. Barrel pro Tag (Bpd). Das ist die höchste Produktionsmenge der Opec seit etwa 25 Jahren. Während die Experten von Wood Mackenzie davon ausgehen, dass die Opec-Produktion im Jahr 2005 um neun Prozent auf 33,13 Mill. Barrel pro Tag steigen wird, hat Algeriens Energieminister Chakib Khelik kürzlich erklärt, eine Veränderung der Förderquoten durch die Mitgliedsländer des Kartells auf der im Dezember anstehenden nächsten routinemäßigen Sitzung sei unwahrscheinlich. Auch eine Anhebung des von der Opec angestrebten Preisbandes von 22 bis 28 Dollar je Barrel stehe nicht auf der Agenda.

Durch ihre vergleichsweise hohe Ölproduktion haben die Opec-Staaten dazu beigetragen, die anhaltend hohe globale Nachfrage zu befriedigen und die angespannte Versorgungslage zu entzerren. Nicht zuletzt wegen des hohen Bedarfs der Volksrepublik China war es weltweit zu Engpässen in der Energieversorgung gekommen. Die Fachleute der IEA prognostizieren, dass die Ölnachfrage Chinas im kommenden Jahr um weitere 5,6 Prozent steigen wird.

Seite 1:

Lage am Ölmarkt hat sich entspannt

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%