Experten rechnen vorerst keine Entspannung
Nachfrage aus Asien treibt die Ölpreise an

In den Ölpreiskrisen 1973/74 und 1979/80 waren es Angebotsstörungen, die zu explodierenden Ölpreisen führten. Die Welt war damals unvorbereitet; die Erfahrung von Versorgungsengpässen war neu. Das Opec-Kartell überreizte damals seine Marktmacht. Die Ölnachfrage brach ein – verursacht durch eine globale Stagflation und zunehmenden Alternativen zum Opec-Öl.

Heute ist die Situation anders: Ursächlich für die aktuellen Verknappungstendenzen sind Ölnachfragesteigerungen, die die Kapazitäten in der Erdölförderung und Mineralölverarbeitung weltweit überfordern. Der Essener Energieprofessor Dieter Schmitt spricht von einem „nachfragegetriebenen Ölpreisschub“. Nicht zuletzt das Wachstum des Ölkonsums in den asiatischen Schwellenländern China und Indien überfordere die Märkte kurzfristig, so Schmitt. Es bleibe nun abzuwarten, wie rasch die ökonomischen Reaktionskräfte durchschlagen würden.

Auf der einen Seite dürften die gestiegenen Ölnotierungen preisinduzierte Bremseffekte auf der Verbrauchsseite auslösen. Wie rasch und wie stark diese Anpassungsformen ausfallen werden, ist noch unklar. Dass sich das Wachstum des Weltölkonsums abflache, zeichne sich zwar bereits ab, meint Hans W. Schiffer, Energieanalyst der RWE Power AG in Essen. Noch zögen aber die Mineralölproduktpreise an – deshalb würden vor allem die relativ leichten Rohölsorten verteuert. Aus diesen leichten Rohölsorten wie dem Nordseeöl Brent werden in Raffinerien die besonders gewünschten leichten Produkte wie Benzin oder Diesel überproportional erzeugt. Insbesondere Dieselprodukte hätten sich in China dramatisch verknappt, so Schiffer.

Auf der anderen Seite wächst die Bereitschaft, wieder in Förderanlagen und Raffinerien zu investieren. Diese Entlastung auf der Angebotsseite schlägt laut Schmitt jedoch erst in einigen Jahren durch.

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