Experten-Umfrage
Gold könnte wieder teurer werden

Die angehende Präsidentin der US-Notenbank bewegt den Goldmarkt. Die Optimisten glauben: Weil Yellen weiter Geld in das Finanzsystem pumpen will, könnte der Preis von Gold wieder steigen – zumindest kurzfristig.  
  • 4

FrankfurtDie Aussichten für den Goldpreis werden von Analysten wieder zuversichtlicher eingestuft. Verantwortlich dafür sind die jüngsten Aussagen der designierten Fed- Chefin Janet Yellen. Diese signalisierten, dass die US-Notenbank mit ihrer lockeren Geldpolitik noch eine Weile Kurs halten wird. Und daher könnte das Edelmetall noch eine Weile als sicherer Hafen begehrt sein.

Dies ergab eine aktuelle Umfrage der Nachrichtenagentur Bloomberg. Danach rechnen 18 Ökonomen damit, dass Gold in dieser Woche wieder teurer wird. Neun Volkswirte erwarten hingegen einen Rückgang, und zwei sind neutral eingestellt. Damit hat der Anteil der Gold-Bullen das höchste Niveau seit dem 4. Oktober erreicht.

„Gold erhielt einen Schub, weil die designierte US-Notenbankchefin Janet Yellen die lockere Geldpolitik weiterführen will“, sagt etwa Ole Hansen, Rohstoffexperte bei der Saxo Bank. Das Edelmetall habe jedoch nicht nur von Yellen profitiert, sondern auch von einem technischen Effekt. Am Oktobertief von 1252 Dollar habe der Kurs eine Unterstützungsmarke gefunden. Aktuell liegt der Preis bei 1284 Dollar.

Der schwache Dollar und niedrige Anleiherenditen hätten es bislang aber nicht geschafft, das gelbe Metall wieder über die Marke von 1300 Dollar pro Unze zu hieven, stellt Hansen fest. Hier sieht er aus kurstechnischer Sicht einen wichtigen Widerstand für eine weitere Aufwärtsbewegung. Der Grund: Viele Händler seien noch nicht davon überzeugt, dass die Talsohle durchschritten sei. 

Hintergrund: Der Goldpreis hat zwischen Dezember 2008 und Juni 2011 um 70 Prozent zugelegt. Als Hauptgrund nennen Experten die Geldpolitik der Fed, die mehr als zwei Billionen Dollar in das Finanzsystem gepumpt hat. Sorgen, die US-Notenbank könnte restriktiver werden, hatten den Preis von Gold dann aber unter Druck gesetzt. 

Seit Jahresbeginn ist der Goldpreis in London um etwa 23 Prozent gefallen. Doch aus den Aussagen von Yellen lässt sich schließen, dass ein Schwenk der Fed nicht unmittelbar bevorsteht.  Yellen hatte bei ihrer Anhörung vor dem Bankenausschuss des Kongresses gesagt, dass sich Wirtschaft und der US-Arbeitsmarkt derzeit “deutlich unterhalb ihres Potenzials” entwickelten. Sie will nicht zu früh auf die Bremse treten.

 

Seite 1:

Gold könnte wieder teurer werden

Seite 2:

Die Goldminen produzieren auf Hochtouren

Kommentare zu " Experten-Umfrage: Gold könnte wieder teurer werden"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • @Rob Roy: "Außerdem gibt es unbegrenzt viel Papiergold..."

    Stimmt, aber: bei einem Abwertungswettlauf wird sich der Preis des physischen Goldes von dem des Papiergoldes entkoppeln.

  • @ Rob Roy

    Das Papiergold kaufen nur westliche "Spekulanten" die permanent die niedrigen Transaktionskosten im Blick haben und darauf vertrauen dass ihre Bank das Gold auf Verlangen aushändigt.
    Von denen Macht sich keiner die Mühe das Kleingedruckte auf Seite 162 der Bank AGBs zu lesen. Da wo etwas über Cash Settlement steht.

    Die Bundesbank fasst ihren Goldbestand in Gold und Goldforderungen zusammen. Man wird zukünftig dann sehen ob die Forderungen der Notenbanken dieser Welt oder die Forderungen der Papiergoldbesitzer vorrangig bedient werden.

    Wenn man Goldbesitz als Versicherung gegen staatliche Währungswillkür versteht ist Papiergold wohl die dümmste Art sein Geld aus der Hand zu geben.

  • Glaub nicht, daß Gold teurer wird. Wer soll es denn kaufen? Die paar Chinesen und Inder fallen doch kaum ins Gewicht. Außerdem gibt es unbegrenzt viel Papiergold...

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%