Expertenbericht
Innehalten auf dem Rohstoffmarkt

Fast alle Rohstoffe haben an den Märkten eine wahre Preisrallye hinter sich, doch damit soll nun Schluss ein. Experten rechnen laut einem neuen Bericht damit, dass sich die Preise nun stabilisieren.
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Berlin Die Weltmarktpreise für Rohstoffe insgesamt dürften Ökonomen zufolge bis Ende 2011 und auch im nächsten Jahr nicht weiter steigen. Zu diesem Ergebnis kommt ein Expertenbericht, den zehn Forschungsinstitute der Vereinigung Europäischer Konjunkturinstitute (AIECE) am Montag vorlegten. Die Preise für 29 untersuchte Rohstoffe dürften demnach im Gesamtjahr 2011 unterm Strich um 30 Prozent steigen und im nächsten Jahr um zwei Prozent sinken. Das Preisniveau werde insgesamt hoch bleiben. "Der Prognose zufolge wird es sich nach den starken Anstiegen der vergangenen Monate im weiteren Verlauf dieses Jahres und im nächsten Jahr aber nicht weiter erhöhen", erklärten die Forscher, zu denen auch Experten vom Hamburger HWWI und dem Kieler IfW gehören.

Neben der starken Nachfrage aus Entwicklungs- und Schwellenländern hätten zuletzt ein schwacher US-Dollar und steigendes Interesse von Finanzinvestoren die Preise getrieben. Energierohstoffe dürften sich AIECE zufolge 2011 durchschnittlich um 31 Prozent verteuern. Im nächsten Jahr würden die Preise dann aber um vier Prozent sinken. Entscheidend sei hier die Entwicklung des Rohöls. Ein Fass (159 Liter) der führenden Nordseesorte Brent kostete am Montag rund 112 Dollar und damit gut ein Prozent weniger als am Freitag. Vor einem Jahr lag der Preis bei etwa 80 Dollar.

Agrarrohstoffe werden sich den Forschern zufolge im laufenden Jahr um 18 Prozent verteuern und im nächsten Jahr durchschnittlich nur noch um zwei Prozent zulegen. Getreidepreise dürften 2011 um 54 Prozent anziehen und im Jahresschnitt 2012 auf hohem Niveau bleiben.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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