Exporteure profitieren vom Kurs
Japanischer Yen findet keinen Halt

Seit Monaten fällt der japanische Yen von einem Tiefpunkt zum nächsten. Das gilt vor allem im Vergleich zum Euro, der im Verlauf der vergangenen Woche erstmals seit seiner Einführung die Marke von 150 Yen überschritt. Nach einem soliden Jahresauftakt tendiert der Yen seit Mitte Mai aber auch gegenüber dem Dollar schwächer.

TOKIO. Von der Schwäche der Landeswährung profitieren vor allem die japanischen Exporteure. Naoki Murakami, Ökonom bei Goldman Sachs, erwartet, dass sich Japans Exporte weiterhin auf einem zwar gemächlichen, aber stabilen Pfad nach oben befinden. Das niedrige Niveau des Yens erhöht das Gewinnpotenzial der Unternehmen zusätzlich.

In ihren Prognosen für das laufende Geschäftsjahr bis Ende März 2007 haben Japans Firmen im Schnitt einen Wechselkurs von 135 bis 140 Yen je Euro unterstellt. Die Schätzungen der Analysten legen allerdings nahe, dass die Firmen hier zu konservativ kalkulieren. Auch wenn der Yen zu Beginn der laufenden Woche nach robusten Investitionsdaten für das zweite Quartal leicht zulegte, erwarten die Experten keine deutliche Erholung. Die Analysten von Credit Suisse etwa sehen den Euro in drei Monaten bei 147,50 Yen und in zwölf Monaten bei 144 Yen.

Gegen die japanische Währung spricht vor allem der Zinsrückstand gegenüber den anderen führenden Währungsräumen. Weil die Inflation in Japan – mit neuer Berechnungsweise und neuem Basisjahr – deutlich niedriger liegt als bisher angenommen, sinkt die Wahrscheinlichkeit einer weiteren geldpolitischen Straffung, nachdem die Zentralbank Mitte Juli ihre Zinspolitik beendet hatte. Hiromichi Shirakawa, Ökonom bei Credit Suisse, rechnet damit, dass die Bank of Japan weitere Zinserhöhungen wegen der Inflationsdaten verzögern wird. Weil am Markt die gleiche Meinung vorherrscht, gewinnen die so genannten Carry Trades wieder an Bedeutung gewinnen: Eine wachsende Zahl von Investoren nimmt in Japan Geld auf, um die Mittel zum Kauf von Anlagen in Währungsräumen mit höheren Renditen zu verwenden. Den Yen setzen solche Geschäfte zusätzlich unter Druck.

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