EZB und Euro-Krise: Draghi gewinnt den Währungskrieg

EZB und Euro-Krise
Draghi gewinnt den Währungskrieg

Im internationalen Währungskrieg geht es vor allem darum, dass die eigene Währung nicht zu teuer wird. Im Abwertungswettlauf hat Mario Draghi seinen japanischen Amtskollegen abgehängt.
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Das quantitative Lockerungsprogramm des EZB-Präsidenten könnte jeden Tag starten. Die Anleger bringen sich weltweit in Stellung. Nach einer Analyse übertreffen die Wetten von Hedgefonds und anderen großen spekulativ orientierten Investoren auf einen schwächeren Euro die pessimistischen Yen-Wetten so stark wie seit August 2012 nicht mehr. Das belegen Daten der Commodity Futures Trading Commission.

Die Optionspreise signalisieren, dass die Gemeinschaftswährung auf ein Anderthalb-Jahres-Tief zum Yen zusteuert, was dem EZB-Präsidenten helfen dürfte bei seinen Bemühungen, Wachstum und Inflation anzukurbeln.

Während Draghis Bondkaufprogramm über 60 Milliarden Euro monatlich im März startet, spekulieren Händler darauf, dass die japanische Notenbank mit der Expansion der monetären Basis fertig ist. Die QE-Erwartungen haben die Renditen von Euroraum-Bonds im Volumen von etwa 1,7 Billionen Euro unter Null gedrückt, was Investoren bewegen dürfte, sich aus dem Euro zurückzuziehen.

„Der Euro wird das Rennen nach unten gewinnen“, prognostiziert Ian Stannard, europäischer Leiter Devisenstrategie bei Morgan Stanley in London. Während die QE- Zusage „den Euro unter Druck setzt“, bestehe weniger Betonung auf dem Umstand, dass weitere Impulse von der japanischen Notenbank kommen könnten, sagt er.

Der Euro ist gegenüber der japanischen Devise in diesem Jahr um 7,7 Prozent abgesackt und tendiert erneut niedriger nach einer Rally über weite Strecken im Februar. Das bedeutet eine Kehrtwende nach einem Anstieg von 40 Prozent zwischen 2012 und 2014. Am 26. Januar wurden für einen Euro 130,15 Yen bezahlt, der tiefste Wert seit September 2013. Seither hat der Euro zum Yen an Wert verloren und notierte am Montag bei rund 134,07 Yen je Euro.

Zwar betonen Draghi und der japanische Notenbankgouverneur Haruhiko Kuroda, dass der Wechselkurs kein Ziel der Geldpolitik sei. Sie räumen jedoch ein, dass eine schwächere Währung Vorzüge bringen kann, von höherer Inflation zu wettbewerbsfähigeren Exporten. Die lockereren Geldpolitiken rund um den Globus haben dafür geführt, dass Strategen von einem Wiederaufflackern der „Währungskriege“ sprechen. Dieser Ausdruck wurde vom brasilianischen Finanzminister Guido Mantega für die Beschreibung des Abwertungswettlaufs im Jahr 2010 geprägt.


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Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " EZB und Euro-Krise: Draghi gewinnt den Währungskrieg"

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  • »Die Schlafwandler«!!!

  • Ein gewisser Pyrrhus hat sich auch zu Tode gesiegt...

  • Draghi ist ein Verbrecher, der im Auftrag der USA und von GS die ohnehin wackelnde Gemeinschaftswährung EURO nun ganz zum Kippen bringen soll. Deshalb wird alles daran gesetzt den Gegenwert zum USA in Richtung Parität zu drehen. Welch´ disaströsen Ausmaße eine Währungsabwertung bewirkt zeigt "eindrucksvoll" das Beispiel Japan. Dieses ehemals hochgepriesene Wirtschaftswunderland geht sukzessive seinem Untergang entgegen und entwertet nicht nur seine Währung, sondern auch seine am Weltmarkt theoretisch zu erzielenden Preise für Dienstleistungen und hochwertige Produkte. Armes Japan, armes Europa !!!

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