EZB will Kurzsturz verlangsamen
Duisenberg besorgt über raschen Dollar-Abstieg

Eine Dollar-Anpassung ist nach Ansicht von EZB-Chef Wim Duisenberg unvermeidlich. Die rasante Talfahrt der US-Währung bereitet ihm jedoch Sorge.

HB FRANKFURT/M. „Wir hoffen und beten, dass die Anpassung, die unvermeidbar ist, langsam und schrittweise vonstatten geht“, sagte Duisenberg nach einem Bericht der „Financial Times Deutschland“ deren spanischem Schwesterblatt „Expansion“ (Montagausgabe). „Wir werden alles in unserer Macht stehende tun, um es langsam und schrittweise geschehen zu lassen.“ Eine Sprecherin der Europäischen Zentralbank (EZB) sagte zu dem Bericht, Duisenberg sei damit nicht auf das Thema Devisenmarktinterventionen eingegangen. „Er hat die Frage nicht beantwortet. Er hat diese Frage vollständig offen gelassen“, sagte die Sprecherin.

Der Ende Oktober aus dem Amt scheidende EZB-Präsident bekräftigte damit Äußerungen vom Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs der sieben wichtigsten Industrieländer (G-7).

Diese hatten indirekt an China und Japan appelliert, ihre Wechselkurse zum Dollar nicht länger künstlich niedrig zu halten. Der übermäßige Importüberschuss der USA, vor allem mit den asiatischen Ländern, muss durch tägliche Kapitalzuflüsse in die USA in Milliardenhöhe finanziert werden. Ein Rückgang des Dollar-Kurses wäre eine Möglichkeit, das daraus resultierende Ungleichgewicht in der Leistungsbilanz auszugleichen. Die langfristig unvermeidliche Dollar-Abwertung führte bisher aber vor allem zu einem Euro-Anstieg, der die Exporte der Euro-Zone bereits geschmälert hat. Japan steuert einer Aufwertung seiner Währung regelmäßig mit Interventionen entgegen.

„Der Dollar ist die Währung eines Staates mit einem hohen Zahlungsbilanzdefizit ... Man kann sich das ein bis zwei Jahre leisten, vielleicht auch fünf Jahre, aber irgendwann muss es zu einer Korrektur der Währung kommen“, bekräftigte Duisenberg. Die EZB betrachtet das Ungleichgewicht in der US-Leistungsbilanz schon länger als größte Gefahrenquelle für eine Erholung der Weltkonjunktur.

Der Euro hat in den letzten Wochen nochmals deutlich zugelegt. Die europäische Gemeinschaftswährung kostete am Montagmorgen 1,1580 Dollar.

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