Fachleute reagieren skeptisch
Die Opec wirft ihre letzten Reserven auf den Markt

Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) will ab Oktober für die Dauer von drei Monaten täglich zwei Mill. Barrel Rohöl (je 159 Liter) zusätzlich auf den Markt bringen. Das beschloss das Kartell, das für fast 40 Prozent der Weltölförderung sorgt, nach einem zweitägigen Treffen am Dienstag in Wien.

HB/tom DÜSSELDORF. Man habe sich zu diesem Schritt entschlossen, „obwohl sich der Markt heute nicht mehr an Angebot und Nachfrage orientiert“, sagte Opec-Präsident Scheich Ahmed Fahd al Sabah. Es gebe zurzeit ausreichend Öl am Markt.

Die Förderländer wollen so die verunsicherten Ölmärkte beruhigen. Aus Angst vor einem neuen Tropensturm am Golf von Mexiko war der Preis zu Wochenbeginn wieder auf über 63 Dollar für ein Barrel der Sorte Brent gestiegen. Der Opec-Präsident zeigte sich besorgt über das hohe Preisniveau: „Wir brauchen einen fairen Preis von rund 40 Dollar für das Barrel“, sagte al Sabah, der auch Ölminister von Kuwait ist.

Nach zum Teil kontroversen Verhandlungen der elf Ölminister einigte sich die Konferenz darauf, die bisherige offizielle Förderquote von täglich 28 Mill. Barrel zunächst nicht zu erhöhen. Die Opec-Länder fördern mit gut 30 Mill. Barrel schon heute deutlich über dem selbst gesteckten Limit. Eine weitere Aufstockung würde die letzten freien Kapazitäten binden.

Fachleute sehen das Ergebnis des Opec-Treffens vor allem als „Kosmetik“. Es werde allenfalls eine kurzzeitige psychologische Wirkung haben, heißt es. Der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), Claude Mandil, erwartete nur einen „begrenzten Effekt“ auf das Preisniveau. Die IEA will deshalb gegebenenfalls ihr Notfallprogramm zur Ölversorgung verlängern, das nach dem Hurrikan „Katrina“ angelaufen war. Damals war fast die gesamte US-Erdölförderung am Golf von Mexiko ausgefallen. Bis heute konnte erst die Hälfte der betroffenen Anlagen die Arbeit wieder aufnehmen.

Der Preis für Brentöl fiel am Dienstag Nachmittag wieder auf ein Niveau von 62 Dollar pro Barrel. Analysten führten dies aber vor allem auf Gewinnmitnahmen an den Märkten zurück.

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