Fallende Energiepreise
„Wie ein kleines Konjunkturprogramm“

Die fallenden Energiepreise werden die Verbraucher nach Experteneinschätzungen im kommenden Jahr stark entlasten. Der Hamburger Energie-Informationsdienst EID erwartet im kommenden Jahr einen durchschnittlichen Rohölpreis von rund 60 Dollar je Barrel (159 Liter) und damit auch niedrigere Preise für Benzin, Heizöl und Gas.

dpa HAMBURG. "Das könnte wie ein kleines Konjunkturprogramm wirken", sagte EID- Herausgeber Heino Elfert am Freitag in Hamburg. Das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) sieht das in der Tendenz ähnlich, ohne die Zahlen bestätigen zu können. Die geplante Einschränkung der Fördermenge durch das OPEC-Kartell um 1,5 Mio. Barrel pro Tag werde den Preis allenfalls kurzfristig beeinflussen, sagte der HWWI- Energieexperte Klaus Matthies der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Sollte der Durchschnittspreis im kommenden Jahr auf 60 Dollar fallen - das ist etwa das Niveau von 2005 -, würden die Verbraucher zehn bis 15 Mrd. Euro weniger als in diesem Jahr für Energie ausgeben müssen, schreibt der EID. Die Benzinpreise könnten auf rund 1,20 Euro je Liter zurückgehen. Für Heizöl müssten die Verbraucher noch 60 Euro je 100 Liter bezahlen und auch die Gaspreise könnten um zweistellige Prozentwerte zurückgehen. "Beim Gas haben wir mit den gegenwärtigen Erhöhungen die Preisspitze gesehen", meinte Elfert. Wegen der Ölpreisbindung seien künftig sinkende Preise zu erwarten.

Das HWWI rechnet in seinen Prognosen gegenwärtig mit einem Ölpreis von 70 bis 80 Dollar. Matthies machte allerdings auch deutlich, dass die sehr stark schwankenden Märkte und die Unsicherheit durch die Finanzkrise eine zuverlässige Prognose sehr schwer machen. Das Institut habe - ebenso wie zahlreiche andere Marktbeobachter und Experten - weder einen Anstieg des Ölpreise auf fast 150 Dollar im Juli noch einen schnellen Fall auf 60 Dollar bis Oktober im Voraus für möglich erachtet. Es zeichne sich aber auf jeden Fall ab, dass im nächsten Jahr auf der Welt weniger Öl gebraucht werde. Das wirke dämpfend auf die Preisentwicklung.

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