Fallende Ölpreise
In der Opec wächst die Nervosität

Sollte der Ölpreis weiter fallen, wollen einige Opec-Mitglieder eine Krisensitzung einberufen. Doch Analysten halten solch ein Treffen noch für unwahrscheinlich. Die Diskussion zeigt: In der Opec herrscht Krisenstimmung.
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DüsseldorfNach Angaben von Diezani Alison-Madueke, Nigerias Öl-Ministerin und Vorsitzende der Organisation ölexportierender Staaten (Opec), wird es möglicherweise eine Opec-Krisensitzung geben, sollte der Ölpreis weiter fallen. Das meldet die britische Zeitung „Financial Times“. Denn der Verfall des Ölpreises hat Ländern wie Nigeria, Venezuela und Russland immense Haushaltsprobleme beschert. Doch nach Meinung von Rohstoff-Experten ist es höchst unwahrscheinlich, dass ein solches Treffen stattfindet. Saudi-Arabien, das Schwergewicht unter den Ölförderstaaten, dürfte solch einem Treffen nämlich nicht zustimmen.

Denn Saudi-Arabien hat diesen Ölkrieg mit niedrigen Preisen angezettelt. Unter den erdölexportierenden Ländern steht der Staat so gut da wie kaum ein anderer. Das Königshaus sitzt auf Finanzreserven in Höhe von 735 Milliarden US-Dollar - und hat damit ungefähr viermal soviel zurückgelegt wie Apple, das derzeit wertvollste Unternehmen der Welt. Deshalb kann es sich den Preiskrieg mit seinen Konkurrenten auf dem Ölmarkt leisten - allen voran Iran, Russland und die USA. Zudem hat die Opec laut Bloomberg derzeit keinerlei Pläne für solch ein Treffen.

Die Diskussion zeigt aber: In der Opec herrscht Krisenstimmung zwischen den armen Ölproduzenten, die für Ihren Haushalt hohe Ölpreise benötigen, und den reichen arabischen Staaten. „Für fast alle Opec-Staaten, außer vielleicht dem arabischen Block, ist es sehr ungemütlich“, sagt Alison-Madueke.

Auch am heutigen Dienstag sind Ölpreise nach den deutlichen Verlusten des Vortages weiter gefallen. Das anhaltend hohe Angebot an Rohöl drücke auf die Preise, hieß es aus dem Handel. Am Morgen des heutigen Dienstags kostete ein Barrel (etwa 159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im April 58,84 US-Dollar und damit sechs Cent weniger als am Montag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 26 Cent auf 49,16 Dollar.

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  • Jeder der 1 und 1 zusammenrechnet und das richtige Ergebnis herausbekommt, weiß, dass es Zinserhöhungen in den USA nicht geben wird. Dann wären die USA innerhalb von ein bis zwei Jahren pleite. - Aber, wer weiß möglicherweise ist das das Ziel von Goldman Sachs und Konsorten. - Wer meinte die Saudis würden einen Ölkrieg gegen die USA führen, sieht wahrscheinlich den Wald vor lauter Bäumen nicht.

  • Das wird die Preisfrage: WQer hat den US Boom finziert und was passiert wenn der Dollar und Dollarzinsen steigen. Asien soll 5 (deuteche)Billionen Schulden in Dollar haben

  • Die Amis werden noch die Kröte schlucken müssen, welches Unternehmen kann schon fast 3 Billionen Dollar zurück zahlen!

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