„Falls die EU untergeht“ Goldtresore immer beliebter

Für den Fall der Fälle sollte man Gold bunkern, sagen Tresoranbieter und erhalten regen Zulauf. Vor allem Schweizer Armeebunker sind beliebt. Allerdings soll eine Kundengruppe demnächst ausgesperrt werden.
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Eine Mitarbeiterin des Edelmetall-Händlers Pro Aurum. Der Goldhändler handelt Gold im Wert von mehr als einer Milliarden Franken. Quelle: dpa

Eine Mitarbeiterin des Edelmetall-Händlers Pro Aurum. Der Goldhändler handelt Gold im Wert von mehr als einer Milliarden Franken.

(Foto: dpa)

FrankfurtRene Buchwalder erinnert sich an die bislang einträglichste Woche des Jahres im März. Wenige Tage zuvor hatte die zypriotische Regierung eine Vermögensabgabe auf Bankguthaben über 100.000 Euro beschlossen, um das eigene Bankensystem zu retten. Bei Buchwalder und seinem Gold- und Silberhandel namens Pro Aurum in einem kleinen Ort am Zürichsee boomte das Geschäft.

„Dieser Goldbarren ist einer unserer Bestseller”, sagt der ehemalige UBS-AG-Banker im Tresorraum seines Unternehmens, greift in einen silbergrauen Safe und bringt eine Art Goldtafel mit 100 Gramm Gewicht ans Licht. „Das Stück kann in individuelle Teile gebrochen werden und dann als Geldersatz benutzt werden”, sagt er, „etwa, falls die Europäische Union untergehen sollte”.

Im Zuge der schweren Rezession, aus der sich die Länder der Euro-Zone gerade erst befreien, haben sich Schweizer Tresore als besonders beliebt zur Einlagerung von Edelmetallen in Form von Barren oder Münzen erwiesen. Der Boom des Goldpreises in den letzten Jahren scheint sich mittlerweile nicht mehr fortzusetzen, denn die Notierung korrigiert heftig.

Um mehr als 20 Prozent hat der Goldpreis seit Beginn des Jahres eingebüßt, aber echte Goldfreunde bleiben in vielen Fällen dabei. Auf Sicht von fünf Jahren ergibt sich auf dem derzeitigen Niveau der Feinunze Gold von 1338 Dollar immer noch eine Steigerung von 65 Prozent. Gold wird als wesentlich risikoärmer angesehen als etwa Staatsanleihen oder Aktien, bei denen immer das Ausfallrisiko besteht.

„Die Superreichen sind sehr abhängig vom Zustand des globalen Finanzsystems” erklärt Rohstoffstratege Ole Hansen von der Saxo Bank in Kopenhagen. „Wer aber einen Teil seiner Investments aus dem System herausnimmt, indem er es in einen Safe legt, der kann seine Risikoausrichtung reduzieren”, sagte er.

„Das ultimative Werterhaltungsmittel“
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13 Kommentare zu "„Falls die EU untergeht“ : Goldtresore immer beliebter"

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  • Bei Proaurum Zürich Kilchberg müssen ab 25'000 sFr. Warenwert die Identitäts-Papiere vorgelegt werden. So verlangt es das Geldwäscherei-Gesetz.

  • so viel Sachwerte gibt es gar nicht...

    Nur wenn man auch Aktien als Sachwerte mitzählt...

  • wenn das passieren würde, wäre in Deutschland die Hölle los.

    Bevor es soweit ist, ist um uns herum alles zusammengebrochen...

  • Jedenfalls sollte man Gold niemals in Banksafes oder anderen öffentlich angebotenen Schließfächern lagern. Denn im Krisenfall dürfen Schließfächer nur noch in Gegenwart eines Finanzbeamten geöffnet werden - und dann wird man im Zweifel von seinem Goldschatz nicht mehr viel haben. Im Übrigen ist unklar, ob und wie man im Falle einer Bankeninsolvenz in einem chaotischen Umfeldszenario überhaupt noch an sein Schließfach kommt. Wer verhindert in einem chaotischen Umfeldszenario, dass Dritte die Schließfächer vorher leerräumen. Schließlich kann die Bank jedes Schließfach in Abwesenheit des Kunden öffnen. Bin erstaunt, dass es gleichwohl Leute gibt die so doof sind und ihr Gold in Bankschließfächern hinterlegen.

  • 20 Mio Obdachlose?
    Starke Worte!
    Können Sie diese Aussage auch mit Argumenten untermauern?
    Achtung: Das einfache Wiederholen gängigen Politiker Geplappers zählt nicht!

  • Korrekt! Und leider ist das so gewollt und wird an unseren Systemkonformen Schulen und Unis so den Schülern vorenthalten! Sonst würde das Weltgeldbetrusystem nicht funktionieren!
    Aber es wird sehr bald zusammenbrechen!
    Warum? Ganz einfach weil die Gier zu gross geworden ist!

  • Ein Zusammenbruch würde min 20 Millionen Obdachlose allein in Deutschland bedeuten! Weimarer Verhältnisse lassen grüssen!

  • „Die Superreichen sind sehr abhängig vom Zustand des globalen Finanzsystems” erklärt Rohstoffstratege Ole Hansen von der Saxo Bank in Kopenhagen. „Wer aber einen Teil seiner Investments aus dem System herausnimmt, indem er es in einen Safe legt, der kann seine Risikoausrichtung reduzieren”

    Blödsinn!

    Gerade die Superreichen haben den grössten Teil Ihres Vermögens in Sachwerte und die wissen genau warum!

  • Die Antwort ist: 99,99 % der Menschen da draußen sind völlig ahnungslos, sie hoffen dass die Welt für sie morgen genauso funktioniert wie gestern, sie wissen nicht wie sie es tut aber sie sehen nicht, warum es nicht morgen auch so sein könnte.

    Das unterscheidet sie in nichts von der Weltsicht eines Huhns im Maststall, einen Tag vor der Schlachtung

  • Jemand könnte mal den Test machen, wieviele von 100 Menschen auf der Strasse wissen, dass
    - 3% ihres Kontostandes von der Bank physisch in Bargeld auszahlbar ist
    - diese 3% nur ein Durchschnittswert ist, die eigene Bank oder die örtliche Filiale kann deutlich darunter liegen
    - es auch mittelfristig keine Möglichkeit gibt, diesen Anteil zu erhöhen bzw. für die Bank mehr auszuzahlen
    - der Guthaben-Kontostand auf dem Kontoauszug lediglich eine Forderung darstellt
    - eine Bank Pleite gehen kann und zwar sehr schnell
    - eine Bank weder Kunden noch Kundeneinlagen braucht um Kredit zu vergeben und es eine ernsthaft diskutierte Frage ist, warum Geschäftsbanken dies überhaupt tun
    - ein Bank aus 100 EUR Eigenkapital beim gegenwärtigen Mindestreservesatz 5000 EUR eigenes Giralgeld erschaffen
    kann
    - viele Banken genau das tun und mit einem Großteil in´s global Casino gehen um damit zu spekulieren (anstatt es an die Realwirtschaft zu verleiehen)
    usw usw

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