Fernost
Der Euro fällt immer tiefer

Die Talfahrt des Euros hält auch zum Wochenauftakt an. Im frühen Handel am Montag fiel er zum Dollar auf den tiefsten Stand seit 16 Monaten. Im Vergleich zum Yen war er so schwach wie seit Dezember 2000 nicht mehr.
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DüsseldorfDer Euro erhält keine Atempause. Nachdem die Gemeinschaftswährung in der vergangenen Woche bereits deutlich zurückgefallen war, stürzte sie am Montag im asiatischen Handel im Vergleich zum US-Dollar auf den tiefsten Stand seit 16 Monaten.

Für einen Euro mussten zeitweise nur noch 1,2666 Dollar bezahlt werden, ehe eine kleine Gegenbewegung den Kurs wieder über 1,27 Dollar zog. Gegenüber dem japanischen Yen fiel der Euro sogar auf ein Elfjahrestief von 97,31 Yen.

Grund für die anhaltende Schwäche des Euros sind die Sorgen vor einer erneuten Zuspitzung der Schuldenkrise innerhalb der Währungsunion. Im Wochenverlauf wollen Spanien und Italien über neue Anleihen Milliarden am Markt aufnehmen. Viele Anleger fürchten einen negativen Ausgang der Auktion. Bereits zuletzt hatte sich Italien bei einer Anleiheemission fast ausschließlich auf Käufer aus der Heimat verlassen können.

Die Schuldenkrise ist heute auch Thema bei einem erneuten deutsch-französischen Austausch. Am Abend kommen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Premierminister Nicolas Sarkozy in Berlin zusammen, um ihre Positionen für den nächsten Euro-Gipfel Ende Januar abzustimmen. Experten machten die anhaltend schlechten Nachrichten zur Schuldenkrise dafür verantwortlich.

Neben der Schuldenkrise macht dem Euro aber auch der schwache Ausblick für die europäische Konjunktur zu schaffen. Ohne einen besseren Ausblick für die Euro-Zone werde es für den Euro keine wirkliche Erholung geben, sagte Rob Ryan von BNP Paribas. Hinweise, inwieweit die deutsche Wirtschaft von der Schwäche der Nachbarn bereits angesteckt wird, liefern am Mittag neue Daten zur Industrieproduktion im November. Experten gehen von einer rückläufigen Produktion aus.

Ralf Drescher
Ralf Drescher
Handelsblatt.com / Teamleiter Finanzen (bis 29.2.2012)
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Fernost: Der Euro fällt immer tiefer"

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  • @ robert,
    Zitiere "der Euro kann auf 1,80 Dollar steigen.
    und da gehört er auch hin!"
    Aber nur für deutsche touristen die nach Thailand, zweck Kinderprostitution, fliegen.
    Das gibt es mehr für das gleiche Geld.
    Die Deutsche haben es bei dem Leistungsbilanzüberschuss.
    Irgendwie muss der Überschuss wieder abfliessen. Gel?

  • klar sinkt der Euro, denn es droht das Szenario, daß noch mehr frisches Geld gedruckt wird - wer will solch eine Währung haben?
    Also: Endlich raus mit den Griechen, dann reißen sich auch die Italiener am Riemen und der Euro kann auf 1,80 Dollar steigen.
    und da gehört er auch hin!

  • Juup, auch ich kann die Kommentare teilweise nachvollziehen. Also: don't panic! Nicht nur, dass nichtImporte aus nicht EURO - Ländern teurer und damit noch unattraktiver werden, wir lösen so auch ein Teil unseres Schuldenproblems. Nun müssen wir nur noch Gläubiger aus den nicht EURO - Staaten akquirieren und bei einem Tief des EUROS Devisen und ein Teil der Gold Reserven auf den Markt schmeißen. Mit etwas Geschick, können wir uns Europa weit so, um hohe Hundert Milliarden Beträgen entschulden. - Klasse! Und nebenbei werden Ölmulties und die Pharma - Mafia bei uns auch nicht mehr so hohe Gewinne einfahren, denn die Wechselkrsnachteile werden sie schwerlich in Gänze an die armen EURO - Bürger weiter reichen können.
    Sollten wir von den USA gelernt haben?

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