Finanzmärkte
Euro fällt, Anleiherenditen steigen

Wird der Rettungsschirm für den Euro aufgestockt? Während sich der Internationale Währungsfonds bereits dafür ausgesprochen hat, ist die deutsche Regierung strikt dagegen. Das sorgt an den Märkten für Nervosität. Der Euro fällt, die Renditen von Anleihen der Schuldenstaaten steigen.
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HB FRANKFURT. Die Nervosität der Anleger vor dem Treffen der europäischen Finanzminister (EcoFin) hat am Montag die Risikoaufschläge für die Staatsanleihen hoch verschuldeter Euro-Staaten in die Höhe getrieben. Auch der Euro wurde belastet und fiel auf 1,3263 Dollar. Damit lag er rund eineinhalb US-Cents unter dem New Yorker Schlusskurs vom Freitag. Im Gegenzug zog der Bund-Future um 23 Ticks auf 126,42 Punkte an. Für Verunsicherung sorgten außerdem Aussagen von US-Notenbankchef Ben Bernanke, der eine mögliche Ausweitung des Anleihe-Ankaufprogramms über das bisher angepeilte Volumen von 600 Mrd. Dollar hinaus signalisiert hatte.

Diese Ausweitung der Geldmenge durch Käufe von Wertpapieren - das so genannte "Quantitative Easing" (QE) - könne auf zweierlei Weise interpretiert werden, schrieben die Analysten der Commerzbank in ihrem Marktkommentar. "Die US-Notenbank wird weiterhin aktiv den Rückfall der US-Wirtschaft in die Rezession verhindern. Das ist gut für den Dollar." Andererseits würde nach Einschätzung der Analysten eine Ausweitung des QE-Programms die Inflationsrisiken weiter erhöhen und eine Normalisierung der US-Geldpolitik weiter in die Zukunft verschieben. Dies sei wiederum schlecht für die US-Währung.

Investoren warteten gespannt auf Ergebnisse des EcoFin-Treffens, das am Montagnachmittag mit der Zusammenkunft der Eurozonen-Finanzminister beginnen sollte. Am Dienstag sollten Gespräche der Finanzminister aller EU-Staaten folgen.

Auf der Tagesordnung steht unter anderem die Diskussion um eine Aufstockung des bislang 750 Mrd. Euro schweren Rettungsschirms. Hierfür hatte sich der Internationale Währungsfonds ausgesprochen. Die Bundesregierung ist jedoch strikt dagegen.

Vor diesem Hintergrund forderten Investoren wieder höhere Risiko-Aufschläge für spanische und italienische Staatsanleihen. Die Spreads auf die zehnjährigen Papiere dieser beiden Staaten stiegen im Vergleich zu den entsprechenden Bundespapieren auf 168 beziehungsweise 235 Basispunkte.

Das Vertrauen in die Finanzkraft Deutschlands blieb dagegen ungebrochen: Der Bund platzierte sechsmonatige Anleihen im Volumen von 4,285 Mrd. Euro am Kapitalmarkt.

Den Angaben zufolge war die Emission 2,1-fach überzeichnet und damit fast doppelt so stark nachgefragt wie zuvor. Die durchschnittliche Rendite sank im Vergleich zur vorangegangenen Platzierung auf 0,5785 von 0,7849 Prozent.

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