Finanzmärkte reagieren noch gelassen
Opec kann Ölmarkt nicht mehr beruhigen

Öl hat sich auch am Dienstag an den internationalen Terminmärkten weiter verteuert. Händler begründeten den Preisanstieg mit der hohen Nachfrage. Die Organisation der Erdöl exportierenden Länder (Opec) sieht keine Möglichkeit, die Produktion unmittelbar zu erhöhen.

HB LONDON/SINGAPUR. Erstmals seit Oktober 1990 übersprang der Terminkontrakt auf die Nordseesorte Brent an der Londoner Terminbörse, an der seit 1983 entsprechende Future gehandelt werden, die 40-Dollar-Marke. Von ihren Allzeithochs aus den Jahren 1979 und 1980 sind die Ölpreise aber noch weit entfernt. Die Finanzmärkte weltweit reagierten gelassen auf den Kursanstieg.

Leichtes US-Öl stieg um 41 Cent und markierte bei 44,23 Dollar je Barrel (rund 159 Liter) den höchsten Stand seit Beginn des Öl-Terminhandels an der New York Mercantile Exchange im Jahr 1983. Gegen 10.00 Uhr MESZ ging der Kurs wieder auf 44,01 USD zurück. Der Handel hatte am Montag mit einem Rekordschlusskurs von 43,82 USD geendet, nachdem im Tageslauf ein vorläufiges Allzeithoch von 43,94 Dollar erreicht worden war.

Opec-Präsident Purnomo Yusgiantoro wies in Jakarta darauf hin, dass das Kartell keine zusätzlichen Ölreserven zur Verfügung stellen könnte. „Der Ölpreis ist sehr hoch. Das ist verrückt. Es gibt kein zusätzliches Angebot.“ In Anspielung auf Aussagen des saudiarabischen Ölministers Al el Naimi fügte er hinzu: „Minister Naimi hat gesagt, dass Saudi-Arabien seine Produktion erhöhen kann, aber eben nicht sofort.“ Per 1. August hat das Kartell seine Fördermengen schon angehoben.

Händler sehen in den Aussagen weitere Argumente für steigende Preise. „Das baut den Druck weiter auf“, sagte ein Londoner Broker. „Sie haben ein Problem, das nicht einfach sofort zu lösen ist.“ Vor allem die Nachfrage aus dem boomenden asiatischen Wirtschaftsraum sowie das Wirtschaftswachstum in den Industrieländern hat in den vergangenen Monaten den Ölpreis in die Höhe getrieben. Hinzu kommen kommt die Sorge vor einem Lieferengpass, sei es durch die Probleme des angeschlagenen russischen Ölkonzerns Yukos oder der Lage im Irak.

Die größten Ölreserven der Welt werden in Saudi-Arabien sowie im Irak vermutet. Größter Produzent ist derzeit der Opec-Internet-Seite zufolge Saudi-Arabien vor Russland, den USA, dem Iran und China.

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