Finanzminister der G-7 wollen sich äußern
Euro legt Pause ein

Auf seinem Weg zu neuen Rekordhöhen hat der Euro am Freitag eine Pause eingelegt. Die am Vormittag erzielten Gewinne gab er wieder ab.

Am Abend notierte der Euro mit rund 1,2601 Dollar, nachdem er am Vormittag in der Spitze bis auf 1,2775 Dollar geklettert war. In den Kreisen hatte es geheißen, die Minister würden erklären, ein weiterer Euro-Anstieg könnte die Europäischen Zentralbank (EZB) zur Lockerung der Geldpolitik veranlassen. „Das bedeutet nicht, dass die Geldpolitik direkt auf die Wechselkurse reagiert, sondern eher auf die Folgen des Wechselkurses für Wachstum und Inflation“, hieß es am Freitag aus den Kreisen. Die von der Politik unabhängige EZB hat bisher noch keine Bereitschaft zu einer Zinssenkung signalisiert.

Die in der Eurozone gegenüber den USA höheren Leitzinsen gelten als ein Grund für die Euro-Stärke, da sie Anlagen in Europa für viele Anleger attraktiver machen. Der Leitzins in den USA liegt bei 1,00 Prozent, der Schlüsselzins der EZB beträgt 2,00 Prozent.

Im Referenzkursverfahren der Banken EuroFX wurde der Kurs des Euro am Freitag mit 1,2738 (1,2708) Dollar festgelegt. Am Montag war der Euro noch auf Kurse von gut 1,23 Dollar zurückgefallen, nachdem er zu Anfang der vorangegangenen Woche mit knapp 1,29 Dollar seinen höchsten Stand seit Einführung an den Finanzmärkten im Januar 1999 markiert hatte.

"Aufwärtungsdruck bleibt erhalten"

„Wie auch an den vergangenen zwei Tagen ist der Euro beim Versuch gescheitert, die Widerstandsmarke bei 1,2770 Dollar nachhaltig zu überwinden“, sagte Devisenhändler Jan Koczwara von der Helaba. „Das ist aber nur eine Verschnaufpause. Die Aufwärtstendenz der Gemeinschaftswährung wird aber anhalten.“ Viele Analysten und Händler halten in naher Zukunft einen Anstieg auf bis zu 1,35 Dollar - einige sogar auf bis zu 1,40 Dollar - für möglich.

„Der Aufwertungsdruck auf den Euro bleibt erhalten“, sagte Devisenanalyst Lothar Hessler von HSBC Trinkaus & Burkhardt. „Hintergrund für die Dollar-Schwäche ist nach wie vor das hohe Leistungsbilanzdefizit der USA“, sagte Hessler. Die kurzfristigen Zinsen in den USA seien weiterhin sehr niedrig. Da die USA aber mit der Abwertung des Dollar zufrieden seien, sei nicht zu erwarten, dass diese in der nächsten Zeit steigen könnten. „Damit geht der Druck zu handeln auf die Europäische Zentralbank über“, stellte der Analyst fest. „In ihrem jüngsten Monatsbericht hat aber auch die EZB nicht zu erkennen gegeben, die Zinsen senken zu wollen.“ Damit sei der Weg für den Euro nach oben noch offen.

Drei-Monatsgeld wurde in den USA zuletzt mit 1,09 Prozent verzinst, in der Euro-Zone dagegen mit 2,073 Prozent. Die EZB ermittelte den Referenzkurs mit 1,2692 (Donnerstag 1,2710) Dollar.

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