Finanztransaktionssteuer
Börsensteuer soll auch für Devisenhandel gelten

Wenn es nach Frankreich geht, dann soll Europas künftige Finanztransaktionssteuer auch für Devisengeschäfte gelten. Damit übertrifft die Regierung in Paris den Vorschlag der EU-Kommission.
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PairsEuropas künftige Finanztransaktionssteuer soll nach den Vorstellungen Frankreichs auch für Devisengeschäfte gelten. Die Regierung in Paris trete für ein ehrgeiziges und über den Vorschlag der EU-Kommission hinausgehendes Vorhaben ein, sagte Finanzminister Pierre Moscovici am Dienstag vor der Nationalversammlung.

Nach dem Willen der Europäischen Kommission sollen Währungsgeschäfte auf dem Spotmarkt von der Abgabe ausgenommen sein, nur Derivate wie Devisen-Swaps sollen besteuert werden. Moscovici versuchte mit seinen Äußerungen jüngste Kritik auch aus den eigenen Reihen der Sozialisten zu entkräften, er mache bei der Steuer einen Rückzieher. Frankreich stemmte sich zuletzt gegen Abgaben auf Staatsanleihen.

Zusammen mit Deutschland hatte Frankreich die Steuer zunächst vorangetrieben, mit der die Länder die Banken an den Folgekosten der Finanzkrise beteiligen wollen. Den Geldhäusern ist sie ein Dorn im Auge, und nur elf der zum Zeitpunkt der Entscheidung 27 EU-Staaten entschieden sich dafür. Diese elf Länder ringen nun um die Ausgestaltung der Steuer.

Moscovici hatte noch in der vergangenen Woche erklärt, das Vorhaben der EU-Kommission gehe zu weit und müsse geändert werden. Sein jüngster Vorstoß zum Währungshandel dürfte an den Finanzmärkten auf Kritik stoßen.

Vertreter der Branche haben davor gewarnt, dass eine Abgabe für die Devisenmärkte die Geschäftskosten um bis zu 700 Prozent in die Höhe treiben könnte. Auch vom Internationalen Währungsfonds (IWF) kamen zuletzt kritische Töne zu der Steuer, die sich an einem vor mehr als 40 Jahren von dem US-Ökonomen James Tobin entwickelten System orientiert. Die Abgabe sei altmodisch und könne durch effizientere Mittel ersetzt werden, urteilte der IWF.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Finanztransaktionssteuer: Börsensteuer soll auch für Devisenhandel gelten"

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  • Wie sind Öl- oder Gasgeschäfte, Weizen- oder sonstige Nahrungsmittelgeschäfte im Zusammenhang mit der Topin-Steuer abzuwickeln?

    Wie sieht es aus, wenn diese Käufe nicht in USD sondern in Euro abgewickelt werden?

    Unausgegorene kindische Phantasien! Es hatte schon seinen Grund, dass die Topin-Steuer über 40 Jahre nicht über das Gedankenspiel hinaus kam. Wären es nicht Politiker gewesen, kein Ökonom hätte sich mit diesen Gedanken befasst.

    Um was geht es also? Es geht nicht um Volks- oder Betriebswirtschaft. Es geht ausschließlich um de Erhöhung von Steuereinnahmen. Wäre es da nicht sinnvoll eine bestehende Steuer zu erhöhen, als eine neue zu erfinden?

    Wie wäre es mit der Streichung der Steuerprivilegien der Politiker und der EU-Abgeordneten. Auf diese Weisung würde man durch Streichung zu Mehreinnahmen gelangen und im Nebeneffekt soziale Ungerechtigkeiten beseitigen.

  • Will Goldman Sachs eine Börsenumsatzsteuer? Möchten sich die Banken wirklich mit eigenem Geld retten lassen? Wollen die Finanzjongleuere Steuern auf ihre Umsätze zahlen? Gibt es Regierungen die sich ernsthaft den Banken und Investoren entgegenstellen? Wird eine Börsenumsatzsteuer kommen?

    5x nein

    Die Börsenumsatzsteuer ist eine reine Schauveranstaltung, um dem halbschlauen Wähler zu suggerieren "die tun was". Tatsächlich wird sie immer weiter zerredet, in die Zukunft verschoben, und kurz vor Ihrer Einführung im Jahre 2027 stellt man fest, dass sie sinnlos ist, wenn nicht alle Märkte mitmachen. Und wieder ab in die Schublade, zum Wählerverschaukeln taugt die noch ein paar Male.

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