Flexiblerer Yuan
China öffnet Devisenhandel

Die Volksrepublik China wird auf ihrem Interbanken-Devisenmarkt Marktmacher einführen. Damit fällt das Monopol der chinesischen Zentralbank, Kurse im Interbankenmarkt zu stellen. Gleichzeitig bewegt sich China einen Schritt weiter auf einen freien Handel der Landeswährung Yuan zu.

PEKING. Banken wie HSBC Holdings, Citigroup und Bank of China dürfen einen Antrag stellen, um ab nächstem Jahr für ihre Kunden Yuan-Kassakurse gegenüber anderen Währungen zu stellen. Die Banken müssen allerdings seit mindestens zwei Jahren eine Lizenz für den Handel am Interbanken-Devisenmarkt haben. Das teilte die staatliche Devisenverwaltung State Administration of Foreign Exchange Ende vergangener Woche auf ihrer Website mit.

Trotz der Öffnung müssen die Kurse für den Dollar jedoch immer noch innerhalb eines Limits von 0,3 Prozent um den von der Zentralbank festgesetzten Tageskurs liegen. Nachdem China im Juli die Koppelung des Yuans an den Dollar aufgegeben hat, drängen die USA, Japan und Europa auf eine weitere Flexibilisierung des Wechselkurses.

Am 21. Juli hatte die chinesische Zentralbank den Wert des Yuan bei 8,11 Yuan je Dollar festgesetzt, 2,1 Prozent höher als zuvor. Gleichzeitig wurde der Kurs der chinesischen Währung gegenüber einem Währungskorb festgesetzt. Seitdem hat sich der Wert des Yuan kaum allerdings verändert. Am Freitag schloss er bei 8,0815 Yuan je Dollar, das ist ein Plus von 0,35 Prozent gegenüber dem Kurs vor der Neubewertung.

Derzeit darf der Yuan höchsten 0,3 Prozent um den täglich von der People's Bank of China festgesetzten Wechselkurs zum Dollar pendeln. In Relation zu Euro. Yen und anderen Währungen hat der Yuan einen Spielraum von bis zu drei Prozent täglich.

Die Marktmacher, die jederzeit Devisenkurse stellen, machen den Weg für ein höheres Handelsvolumen frei. „Dieser Schritt ist wichtig, weil wir einen aktiveren Kassamarkt brauchen, bevor der Yuan-Kurs weiter flexibilisiert werden kann“, sagt Stephen Green, Volkswirt bei Standard Chartered Bank in Schanghai. „Das ist ein weiterer Schritt im Aufbau einer Infrastruktur für einen flexibleren Yuan.“

Am Freitag bot die chinesische Zentralbank ihren ersten Devisenswap mit einem Volumen von sechs Mrd. Dollar an, berichteten Händler von Banken, die mit der Zentralbank handeln. Die Händler wollten ihren Namen nicht genannt haben. In diesem Jahr hat China erstmals Banken, darunter auch ausländische Institute wie HSBC und ABN Amro Holding, gestattet, Terminkontrakte auf den Yuan am Interbankenmarkt zu handeln.

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