Flucht in den Dollar
Euro rutscht auf Acht-Monats-Tief

Fed und EZB haben mit ihren skeptischen Aussagen zur Konjunktur den Euro auf ein Acht-Monats-Tief gedrückt. Ähnlich stark rauschte auch das Pfund Sterling in den Keller auf ein Zwölf-Monats-Tief.
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FrankfurtMit ihren skeptischen Aussagen zur Konjunktur und zur Stabilität der Euro-Zone haben Fed und EZB am Donnerstag eine Flucht in den Dollar ausgelöst. Der Dollar-Index , der die Kursentwicklung der Weltleitwährung zu Euro, Yen oder Pfund Sterling widerspiegelt, stieg um bis zu 1,9 Prozent auf ein Sieben-Monats-Hoch von 78,80 Punkten.

Risikoscheu laute das Motto, sagte Devisenstratege Neil Mellor von der Bank of New York Mellon. „Der Markt hat die Aussagen der Fed zur Konjunktur nicht sonderlich gut aufgenommen.“ Andere Börsianer betonten, der Dollar erhalte außerdem Unterstützung von der Tatsache, dass die Fed kein neues Anleihe-Ankaufprogramm (“Quantitative Easing 3“), sondern nur eine Umschichtung hin zu Bonds mit längeren Laufzeiten (“Operation Twist II“) angekündigt hatte. Die US-Notenbank wies außerdem auf die Risiken für das Wachstum der weltgrößten Volkswirtschaft hin.

Der Euro rutschte daraufhin um mehr als ein Prozent auf ein Acht-Monats-Tief von 1,3382 Dollar. Ähnlich stark rauschte auch das Pfund Sterling in den Keller auf ein Zwölf-Monats-Tief von 1,5325 Dollar. Auch den Währungen der Schwellenländer kehrten viele Investoren den Rücken. Zur brasilianischen Währung kletterte der Dollar auf ein Zwei-Jahres-Hoch von 1,9433 Real und zur türkischen auf ein Rekordhoch von 1,8420 Lira . Selbst der ebenfalls als sicher geltende Schweizer Franken musste Federn lassen. Mit 0,9182 Franken kostete ein Dollar so viel wie seit Anfang April nicht mehr. Der australische und der neuseeländische Dollar markierten ebenso wie der chilenische Peso neue Mehrmonats-Tiefs.

Auf der Suche nach „sicheren Anlagehäfen“ griffen Anleger verstärkt zu US-Anleihen. Der T-Bond-Future kletterte auf ein Rekordhoch von 145-15/32 Punkten. Parallel dazu waren auch Bundesanleihen stark gefragt. Der Bund-Future markierte mit 139,07 Zählern ebenfalls eine neue Bestmarke.

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