Fondsmanager zur Griechenland-Krise
„Es droht ein Dominoeffekt“

Trotz der Milliarden für Griechenland wiegt die Athener Schuldenlast zu schwer, sagt der Chef für Staatsanleihe-Investitionen der Fondsgesellschaft Threadneedle. Die Wahrscheinlichkeit für den Euro-Austritt bleibe hoch.
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Handelsblatt: Griechenland bekommt voraussichtlich ein neues Hilfspaket, und Investoren machen beim Schuldenschnitt mit. Hilft das dem Land?
Quentin Fitzsimmons: Nicht wirklich, die Probleme sind zu groß. Selbst wenn Griechenland dank des Zeitgewinns bis 2014 den Schuldenstand auf die geforderten 120,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts  senkt,  hat das Land noch so hohe Schulden, dass es schwierig sein wird, Investoren vom Kauf griechischer Anleihen zu überzeugen.

Wird das Land denn überhaupt die geforderte Schuldensenkung erreichen?

Ich fürchte nicht, und selbst die Troika aus Vertretern der Europäischen Zentralbank, des Internationalen Währungsfonds und der EU-Kommission hat da ja Zweifel. Die Lage ist einfach zu schlecht: Die Wirtschaft ist in der Rezession und das Land erwirtschaftet keinen Primärüberschuss.

Bedeutet dies, dass Griechenland die Euro-Zone verlassen muss?

Die Gefahr ist zumindest groß. Auf Sicht der nächsten zwölf Monate sehe ich sie bei 50 Prozent, auf Sicht von zwei Jahren sogar noch größer. Zumindest ein zeitweiser Austritt scheint mir sehr wahrscheinlich.

Was würde das für die anderen Länder im Euro-Raum bedeuten?

Nichts Gutes. Wenn Griechenland die Euro-Zone verlässt, werden sich Investoren fragen, wer als nächstes folgt. Dann haben wir wieder den gefürchteten Dominoeffekt.

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"Spanische Anleihen halten wir kaum"

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  • Was Faber, Malik und Fitzsimmons sagen, ist zwar reichlich übertreiben, gehr aber in die richtige Richtung. dampfplauderer wie Flossbach und von Storch beherrschern die Makroökonomie nicht.

  • die Probleme in Griechenland und anderen Peripherieländern haben weniger etwas mit Bankenrettung und Subprimekrise zu tun. Falsche EU-Regulierung war der Schlüssel zur Krise. Den Banken konnte das Risiko ja egal sein, immerhin mussten sie für die Anleihen keinen cent Eigenkapital hinterlegen. Selbst wenn die Ratingagenturen nur einigermaßen vernünftig das Risiko eingeschätzt hätten, wäre es den Banken wohl scheißegal gewesen. Wie aber soll auch eine Ratingagentur richtig bewerten, wenn die verfügbaren Zahlen alle gefälscht sind. Da fragt man sich aber wie zum Teufel Griechenland in die Eurozohne aufgenommen werden konnte. Es kann doch nicht sein, dass niemandem aufgefallen ist, dass sie keine steuern eintreiben und Verwaltungsstrukturen haben, die denen von Bulgarien vor hundert Jahren entsprechen.

  • Es ist völlig richtig, dass regulierung der schlüssel ist. Die jetzige krise hat ja ursächlicht mit der subprime-krise zu tun. Die staatsschuleden haben sich durch die bankenrettungen sprunghaft erhöht und die bankenrettungen in der subprime-krise waren ursächlich verknüpft mit der mangelnden regulierung von finanzprodukten und der unternehmensstruktur der finanzintermediäre. Zukünftige krisen können nicht ohne massive, ganz harte fortschritte bei der regulierung der finanzmärkte und ihrer organisationen verhindert werden - über soviele rechtsräume hinweg wie möglich. und da das von london und der wall street nach kräften torpediert wird bleibt der finanznukleare holocaust ein szenario mit hoher eintrittswahrscheinlichkeit. es ist nur eine frage der zeit

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