Franken
Schweiz bereit zu „unbeschränkten“ Devisenkäufen

Auch wenn der Franken laut der IWF leicht überbewertet ist, wird die Schweizerische Nationalbank den Mindestkurs von 1,20 Franken je Euro vorerst beibehalten. Dafür ist die SNB bereit, unbeschränkt Devisen zu kaufen.
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ZürichDie Schweizerische Nationalbank (SNB) wird den Mindestkurs von 1,20 Franken je Euro vorerst beibehalten und ist bereit, ausländische Währungen im unbegrenzten Ausmaß aufzukaufen. Das sagte Fritz Zurbrügg, Mitglied des SNB-Direktoriums, am späten Donnerstag bei einer Rede in Zürich.

Der Mindestkurs bleibe „auf absehbare Zeit notwendig“, erklärte er. „Wenn es nötig sein sollte, werden wir deshalb den Mindestkurs durch den Kauf von Devisen in unbeschränkter Höhe durchsetzen.“

Die Mehrheit der von Bloomberg News befragten Volkswirte geht davon aus, dass die SNB den Mindestkurs für mindestens ein weiteres Jahr beibehalten wird. Er war ursprünglich mit dem Ziel eingeführt worden, das Land vor den Risiken von Deflation und Rezession zu schützen.

„Des Weiteren ist der Franken nach wie vor hoch bewertet. Bei einem Dreimonats-Libor nahe null bleibt der Mindestkurs das angemessene Instrument, um eine unerwünschte Verschärfung der monetären Rahmenbedingungen zu verhindern, falls der Aufwertungsdruck auf den Franken wieder zunehmen sollte“, sagte Zurbrügg weiter.

Rückendeckung hatte die Nationalbank erst in dieser Woche vom Internationalen Währungsfonds erhalten. Der Franken sei „weiterhin leicht überbewertet“, hieß es am Montag in einer Erklärung des IWF

„Wir sehen bislang nicht, dass die Bedingungen für eine Aufgabe des Mindestkurses gegeben wären“, sagte Enrica Detragiache, die Missionsleiterin des IWF, am Montag auf einer Pressekonferenz in Bern. „Es ist vermutlich zu früh für die Feststellung, dass der Schweizer Franken und die Schweiz nicht länger als ein sicherer Hort fungieren, vor dem Hintergrund volatiler internationaler Kapitalmärkte.“

Detragiache sah eine Überbewertung des Franken um fünf Prozent bis zehn Prozent.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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