Fremdwährungskredite
Schon fast Historie

Fremdwährungskredite waren einst ein gewinnbringendes Geschäft in Österreich und Osteuropa. Jetzt dümpeln sie als Randgeschäft vor sich hin, Banken reduzieren das Geschäft mit diesen Darlehen massiv. Und schon macht sich ein weiteres Land bereit seine Fremdwährungskredite einzudämmen.
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WIEN. Die einst so lukrative Vergabe von Fremdwährungskrediten in Österreich und Osteuropa hat sich in den meisten Ländern zu einem unbedeutenden Randgeschäft entwickelt. „Die Neuvergabe ist nahezu vollständig zum Erliegen gekommen“, sagt ein Sprecher der österreichischen Finanzmarktaufsicht FMA.

Die Abwertung des Euro gegenüber dem Schweizer Franken und der Absturz vieler osteuropäischer Landeswährungen hat den Fremdwährungskrediten das Ende bereitet. Viele Kreditnehmer sind wegen der Wechselkursverluste heute nicht mehr in der Lage, für Zinsen und Tilgung aufzukommen. In einigen Ländern hat die Finanzaufsicht das Neugeschäft wegen der wachsenden Zahl notleidender Fremdwährungskredite ganz untersagt.

Die Fremdwährungskredite, in Deutschland eine Randerscheinung, sind in erster Linie eine österreichische Spezialität. Auf die kleine Alpenrepublik entfiel zu Spitzenzeiten die Hälfte aller Fremdwährungskredite in der Euro-Zone. Hypotheken in Franken erfreuten sich vor allem im Westen Österreichs nahe der Schweizer Grenze großer Beliebtheit. Denn in der Schweiz waren die Zinsen viel niedriger. Das Wechselkursrisiko galt als vernachlässigbar.

Zugleich dominieren die österreichischen Banken das Finanzgeschäft in den meisten Ländern Osteuropas. Raiffeisen, Erste Bank und Bank Austria nahmen die Fremdwährungskredite bei ihrer Expansion Richtung Osten mit und waren so auf dem Heimatmarkt und bei den östlichen Nachbarn von Ausfällen betroffen.

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