Führende Industriestaaten rufen zu höheren Investitionen im Energiesektor auf
G-7-Staaten besorgt über Ölpreis-Höhenflug

Nach einem Anstieg des Ölpreises auf die Rekordmarke von über 75 Dollar sehen die wichtigsten Industriestaaten (G-7) das weltweite Wirtschaftswachstum ernsthaft gefährdet. Die Finanzminister- und Notenbankchefs der sieben führenden Industriestaaten kündigten bei einem Treffen in Washington gemeinsame Gegenmaßnahmen an.

HB WASHINGTON. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl war Ende vergangener Woche in den USA auf 75,17 Dollar geklettert. „Wir rufen auf zu Investitionen in Erkundung und Produktion (von Ölvorkommen) sowie in die Energie-Infrastruktur und in Raffineriekapazitäten“, erklärten die G-7. Eine größere Energieeffizienz, Energiesparen und ein breiteres Sortiment von Energieträgern könne das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage verbessern.

Die G-7-Vertreter kündigten am Vorabend einer Konferenz von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank am Wochenende in Washington an, „den Dialog zwischen Ölproduzenten und Verbrauchern zu stärken, um die Markttransparenz weiter zu verbessern“. Dazu sollten künftig rascher als bisher vollständige Daten über Produktion, Verbrauch und Bestände veröffentlicht werden. Die Minister und Notenbankchefs zeigten sich außerdem besorgt über ein massives internationales Handelsungleichgewicht, vor allem zwischen den USA und China.

Zum Treffen der sieben führenden Industrienationen der Welt waren auch Vertreter der Ölförderländer Saudi-Arabien, Russland und der Vereinigten Arabischen Emirate sowie Chinas geladen.

Die New Yorker Börse schloss am Freitagabend mit einem neuen Höchststand für ein Barrel amerikanischen Leichtöls von 75,17 Dollar. Damit stieg der Preis um 8,4 Prozent, der größte Sprung binnen zwei Tagen seit Juni 2005. Im Vergleich zum Frühjahr 2005 stiegen die Ölpreise um mehr als 40 Prozent. Als Hauptursache für den jüngsten Höhenflug verweisen Experten wie schon seit Wochen auf die politischen Spannungen wegen des iranischen Atomprogramms und die anhaltenden Gewalt in Nigeria.

Unterdessen sagte US-Präsident George W. Bush am Wochenende angesichts der Ölpreisexplosion einen „harten Sommer“ für die Autofahrer in dem Land voraus. Zugleich schlug er vor, mehr staatliche Mittel in die Entwicklung von Wasserstoffenergie insbesondere für Autos zu investieren, um die Abhängigkeit der USA vom Rohöl zu verringern. „Wasserstoff ist die Energie der Zukunft“, sagte Bush bei einem Treffen von Autobauern, Energieunternehmen und Regierungsstellen.

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