Furcht vor nur schleppender Konjunkturerholung
Dollar steigt zum Euro auf neues Vier-Monats-Hoch

Hoffnungen der Anleger auf eine deutliche Konjunkturerholung in den USA haben dem Dollar am Freitag weiter Auftrieb gegeben und den Euro auf eine neues Vier-Monats-Tief gedrückt.

Reuters FRANKFURT. Der Markt befürchte, dass die Euro-Zone der wirtschaftlichen Erholung in den USA hinterher hinke, sagten Börsianer.

„Die Märkte setzen auf einen Konjunkturaufschwung in den USA und das hilft dem Dollar“, sagte Rainer Sartories, Analyst bei HSBC Trinkaus & Burkhardt. „Die Daten aus den USA, wie der Philadelphia-Fed-Index, schüren diesen Optimismus. Aus der Euro-Zone kommen nicht ganz so positive Überraschungen.“

Der am Donnerstag veröffentlichte Index der Federal Reserve Bank von Philadelphia hatte sich im August auf plus 22,1 Punkte von plus 8,3 Zählern im Juli verbessert. Von Reuters befragte Volkswirte hatten im Schnitt mit einem geringeren Anstieg auf plus 9,9 Punkte gerechnet. Positive Werte des Indexes deuten auf ein Wachstum des Verarbeitenden Gewerbes der Region um Philadelphia im Osten der USA.

Euro fällt wieder

Der Euro lag am Nachmittag bei 1,0876 Dollar nach einem Stand von 1,0923/29 zum Handelsschluss in New York am Donnerstag. Im Referenzkursverfahren der Banken EuroFX wurde der Kurs des Euro mit 1,0912 (Vortag 1,0991) Dollar festgelegt. Die EZB ermittelte den Referenzkurs mit 1,0894 (1,1009) Dollar.

Experten begründeten den anhaltenden Druck auf den Euro auch mit Konjunkturdaten aus Japan, die Anlass zur Hoffnung auf eine Erholung der dortigen Wirtschaft geben würden. Der am Freitag veröffentlichte Index für die Aktivität der gesamten Industrie in Japan war überraschend angestiegen. Japanische Investoren, die zuvor deutlich in Anleihen der Euro-Zone investiert hätten, zögen ihr Geld nun ab und steckten es in japanische Aktien, sagte Shahab Jalinoos, Währungsstratege bei ABN Amro.

Die Währungsexperten von Morgan Stanley gehen allerdings davon aus, dass die Investoren vor strategischen Dollar-Anlagen noch zurückschrecken. „Wir sehen immer noch keinen Kollaps beim Euro oder eine starke Rally beim US-Dollar, die uns auf Niveaus unter der Parität bringen würde“, schrieb Tim Stewart, Analyst bei Morgan Stanley in einem Marktkommentar.

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