Devisen + Rohstoffe
G7 mit deutlichen Worten zu 'Wachstumsrisiko' Ölpreis

Die anhaltend hohen Ölpreise bleiben bei den sieben führenden Industrieländern (G7) ein Top-Thema. Zum zweiten Mal in Folge standen sie beim Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs der Spitzenrunde ganz oben auf der Tagesordnung. Nachdem die G7 bereits im Frühjahr eine Ausweitung der Fördermenge angeregt hatten, nannten sie die hohen Ölpreise jetzt bei ihrer Herbsttagung in Washington sogar ein Risiko für die Weltwirtschaft.

dpa-afx WASHINGTON. Die anhaltend hohen Ölpreise bleiben bei den sieben führenden Industrieländern (G7) ein Top-Thema. Zum zweiten Mal in Folge standen sie beim Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs der Spitzenrunde ganz oben auf der Tagesordnung. Nachdem die G7 bereits im Frühjahr eine Ausweitung der Fördermenge angeregt hatten, nannten sie die hohen Ölpreise jetzt bei ihrer Herbsttagung in Washington sogar ein Risiko für die Weltwirtschaft.

Und setzten noch eins drauf, indem sie ihre Botschaft an mehrere Adressen erweiterten: Die Produzenten sollten die Fördermengen erhöhen, die großen Konsumentenländern müssten effizienter Energie verbrauchen und die Internationale Energieagentur (IEA) sollte mit Marktinformationen für mehr Transparenz sorgen. Statt nur eines Satzes in der Abschlusserklärung, wie es im Vorfeld erwartet worden war und wie es zunächst auch der Entwurf für das Schlusspapier vorgesehen haben soll, widmeten die G7 den Ölpreisen auf ihrer Ein- Seiten-Erklärung einen ganzen Absatz.

Um diese Passage wurde allerdings lange gerungen. Strittig war dem Vernehmen nach, ob im Abschluss-Statement die Formulierung aufgenommen werden soll, die aktuell hohen Ölpreis stellten ein "Risiko" dar. Offen blieb auch lange, ob der ausformulierte Text eine Aufforderung zu mehr Energieeffizienz enthalten sollte.

Energiesparen und -Effizienz Gefragt

Am Ende standen dort Sätze, die ganz im Sinne der Deutschen sein dürften: "Die Ölpreise sind weiter hoch und ein Risiko." Daher sollten Ölproduzenten zunächst für ein angemessenes Angebot sorgen, damit die Preise moderater werden. Verbraucherländer müssten sich um Energiesparen und -effizienz bemühen - aus Sicht von Finanzminister Hans Eichel sollte dies insbesondere für China, Indien aber auch die USA gelten.

Drittens schließlich ist nach Meinung der G7 ein effizienter Ölmarkt wichtig. Die Internationale Energieagentur (IEA) wurde "ermuntert", für mehr Transparenz zu sorgen, heißt es freundlich. Die Deutschen hatten es vor dem Treffens drastischer ausgedrückt: Die Arbeit der IEA an einem entsprechenden Programm dümpele seit zwei Jahren ein wenig vor sich hin. Die Kritik löste bei der Pariser Organisation Verwunderung aus. Die Energieagentur lege nicht nur regelmäßig zusammen mit Mitgliedsländern wie Deutschland detaillierte Marktdaten vor, sondern bemühe sich auch um eine stete Verbesserung der Arbeit, wehrten sich die IEA-Experten.

NUN Wird Druck Gemacht

Nun wird aber Druck gemacht: Die IEA soll herausfinden, wer produziert, wer verbraucht und wie die Spekulation verläuft. Je transparenter die Daten über Nachfrage, Angebot und Investitionen sind, desto weniger Raum für Spekulationen gebe es, argumentiert Berlin. Eichel rechnet vor, dass sich der Ölpreis ohne Spekulation bei 36 Dollar bewegen würde und damit mehr als zehn Dollar unter dem jetzigen Niveau. Der "eine oder andere" in der G7-Runde - dazu gehören neben Deutschland die USA, Kanada, Frankreich, Großbritannien, Kanada und Japan - sei bei der Ölpreis-Passage zurückhaltender gewesen, hieß es nach dem Treffen.

Wie die Märkte auf die G7-Erklärung reagieren, bleibt abzuwarten. In der vergangenen Woche kletterten die Ölpreise auf immer neue Rekordstände und stiegen auch am Freitag - parallel zum Treffen in Washington - weiter. Die Sorgen über Produktionseinschränkungen im Golf von Mexiko, die Lage in Nigeria und niedrige US-Lagerbestände dauerten an, heißt es an den Märkten. Neue Hochs scheinen damit programmiert.

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