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Gasprom wird sich um Juganskneftegas bewerben

Der staatlich kontrollierte russische Gaskonzern Gasprom wird sich am 19. Dezember um Juganskneftegas bewerben. Das kündigte der Generaldirektor der Gasprom-Tochter Gaspromneft, Sergej Bogdantschikow, am Dienstag in Moskau an. Zur Teilnahme an der Auktion habe die Deutsche Bank geraten.

dpa-afx MOSKAU. Der staatlich kontrollierte russische Gaskonzern Gasprom wird sich am 19. Dezember um Juganskneftegas bewerben. Das kündigte der Generaldirektor der Gasprom-Tochter Gaspromneft, Sergej Bogdantschikow, am Dienstag in Moskau an. Zur Teilnahme an der Auktion habe die Deutsche Bank geraten. Der Erwerb von Juganskneftegas, dem Kerngeschäft des von der Zerschlagung bedrohten russischen Ölkonzerns Yukos , wäre eine gute Möglichkeit für die Aufstockung von Ölaktiva des Gaskonzerns, sagte Bogdantschikow.

Die Deutsche Bank berät den Gasmonopolisten bei der Entwicklung seiner Tochter Gaspromneft, die nach der Übernahme des staatlichen Ölkonzerns Rosneft gegründet wurde. Der weltweit größte Gasproduzent will sich auch als großes Ölunternehmen positionieren. Die Deutsche Bank habe Gasprom empfohlen, sich bei Juganskneftegas wie auch den sibirischen Konzernen Sibneft und Surgutneftegas einzukaufen.

Presse: Finanzierung Wird Bereits Zusammengestellt

Nach russischen Medienberichten stelle die Bank bereits eine Finanzierung dafür zusammen. Die russische Regierung will mit der Zwangsversteigerung der Yukos-Fördertochter einen Teil der Steuerschulden des Mutterkonzerns in Höhe von knapp 15 Mrd. Euro decken. Der Einstiegspreis für drei Viertel der Juganskneftegas-Aktien liegt bei 6,6 Mrd. Euro.

Das russische Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Handel wandte sich gegen die Vergrößerung von Gasprom durch die Ersteigerung von Juganskneftegas oder andere Zukäufe. Eine solche Politik führe zu einer Monopolisierung des Marktes, warnte ein Ministeriumssprecher.

Der Verkauf des Yukos-Kerngeschäfts Juganskneftegas werde ein erster Schritt zur Liquidation des Unternehmens sein, sagte Yukos-Vorstandschef Steven Theede der "Wall Street Journal" (Dienstagausgabe). "Westliche Ölkonzerne werden kaum an der Auktion teilnehmen, weil sie langjährige Gerichtsverfahren befürchten." Theede kündigte an, er wolle in der nächsten Woche nach Russland zurückkehren, um Yukos weiter zu leiten, "solange dies möglich ist".

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