Gefahr eines Fehlausbruchs besteht
Silberpreis steigt auf neues Allzeithoch

Der Preis für Silber ist gestern auf den höchsten Stand aller Zeiten geklettert. In der Spitze war die Feinunze 8,64 Dollar wert. Aus charttechnischer Sicht stellt sich nun die Frage, ob sich der Preis auf diesem Niveau halten kann.

WIESBADEN. Der Anstieg des Silberpreises begann im Oktober 2003, ausgehend von einem Niveau von 4,70 Dollar je Feinunze, und erreichte am 2. April 2004 ein vorläufiges Allzeithoch bei 8,43 Dollar. Es folgte ein massiver Preiseinbruch bis in den Bereich um 5,50 Dollar. Diese vorläufige Tiefmarke stellte aber gleichzeitig den Startpunkt für einen weiterhin volatilen, aber immerhin anhaltenden Aufwärtstrend dar. Im Zuge dieser Dynamik versuchte der Silberpreis Anfang Dezember 2004 noch einmal, die alte Rekordmarke anzugreifen, scheiterte aber daran.

Zu Beginn dieses Jahres durchlebte der Silberpreis zwei kritische Monate – es drohte der Absturz unter die wichtige Unterstützungszone im Bereich von 6,50 bis 6,90 Dollar. Mehrfach testete das Edelmetall die untere Grenze dieser Zone, hielt sich aber schließlich darüber. Ende August fiel Silber dann zwar für wenige Tage in den Bereich dieser Unterstützungszone zurück, konnte daraus aber einen Aufwärtsimpuls entwickeln, der erst im Bereich um 7,50 bis 7,80 Dollar zunächst wieder stagnierte.

Silber nahm aber sofort erneut Anlauf zu einem weiteren Gipfelsturm, der bis auf das jetzige Rekordniveau führte. Aus diesem steilen Anstieg resultiert aber aktuell ein kritisches charttechnisches Szenario. Die beiden Hochpunkte vom Februar und Dezember 2004 bilden im Bereich zwischen acht Dollar und 8,43 Dollar eine sehr massive Widerstandszone.

Seit gestern notiert Silber genau oberhalb der oberen Begrenzung dieser Widerstandszone – allerdings noch nicht weit genug, um vor der Gefahr eines Fehlausbruchs sicher zu sein. Sollte die Dynamik der aktuellen Aufwärtsbewegung anhalten und sich der Kurs nachhaltig über der Widerstandszone halten, wäre der Weg für neue Allzeithochs frei.

Fällt allerdings die Silbernotierung wieder in die Zone zwischen acht und 8,43 Dollar zurück oder durchbricht diese Zone gar nach unten, droht der erneute Absturz. Zwischenzeitlichen Halt böten dann zwar die Chartmarken um 7,90 und 7,60 Dollar, im Extremfall ist aber sogar der Fall bis in den Bereich der Unterstützungszone zwischen 6,50 und 6,90 Dollar möglich. Dieses Szenario wäre aber erst auf Sicht von mehreren Monaten zu sehen.

Gregor Bauer arbeitet als selbständiger Portfolio-Manager und ist Vorstandsvorsitzender des Berufsverbands der Technischen Analysten Deutschlands.

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