Gefragter Rohstoff
Titan-Bedarf nimmt zu

Die Nachfrage nach dem Leichtmetall wächst weltweit, auch die neuen Superflieger von Boeing und Airbus tragen ihren Teil dazu bei. Doch noch haben die Minenbetreiber mit Problemen zu kämpfen, die sie nicht an ihre Kunden weitergeben können.

OTTAWA. Havre-Saint-Pierre ist ein kleines Hafenstädtchen am Nordufer des St.-Lorenz-Flusses. Nur eine einzige Straße führt in die Stadt 800 Kilometer östlich von Montreal. In der Nähe betreibt QIT Fer et Titane eine Tagebaumine: Sie fördert seit 50 Jahren Ilmenit, ein Mineral, das das metallische Element Titan enthält. Schiffe bringen das Erz nach Sorel bei Montreal, wo es zu Titaniumschlacke mit einem hohen Grad an Titandioxid verarbeitet wird. QIT ist eine 100-prozentige Tochter von Rio Tinto. 300 Menschen sind in der Lac-Tio-Mine beschäftigt, eine der großen Ilmenit-Lagerstätten der Welt.

Der weltweite Verbrauch von Titan zeigt weiter nach oben, wenngleich nur mit leichten Wachstumsraten. Die Hoffnungen der Branche ruhen vor allem auf dem rekordteuren Zirkon, das oft als wertvolles Nebenprodukt bei der Gewinnung von Titanmineralien anfällt. "Das Lac-Tio-Depot hat ein gewaltiges Potenzial für die Zukunft - es hat eine Lebenserwartung von mindestens einem weitern halben Jahrhundert", erklärt QIT. Mehr als 800 000 Tonnen Titan gewann QIT nach bisherigen Schätzungen im vergangenen Jahr. Die Weltproduktion an Titan-Rohmaterial geben die Analysten der auf die Mineralsände Titan und Zirkon spezialisierten TZ Minerals International (TZMI) im australischen Perth mit etwa 6,1 Mill. Tonnen an.

Wie John Gambogi von der US Geological Survey im Mineral-Rohstoff-Bericht darlegt, deckt Ilmenit, das 44 bis 70 Prozent Titandioxid (ZiO2) haben kann, 92 Prozent des Weltbedarfs nach Titanmineralien. Rutil hat sogar eine TiO2-Konzentration bis 96 Prozent und Leukoxen bis zu 90 Prozent. Die Weltressourcen an Titanmineralien schätzt Gambogi auf mehr als zwei Mrd. Tonnen. Den Verbrauch an Titandioxid-Pigment für 2007 schätzt TZMI auf 4,9 Mill. Tonnen; ihm steht eine Produktion von knapp über fünf Mill. Tonnen gegen.

Fünf Prozent des Titans werden zu Titanmetall verarbeitet, das wegen seines porösen Aussehens als "Titanschwamm" bezeichnet wird. Gerade bei Titanmetall waren die vergangenen Jahre von einem ständigen Anstieg der Produktion geprägt. 2007 wurden laut TZMI 143 000 Tonnen Titanmetall erzeugt; 2002 waren es nur 77 471.

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