Geldanlage
Das Endspiel am Goldmarkt hat begonnen

  • 38

Für die bekomme man hingegen immer ungefähr gleich viel an realem Gegenwert. Im Römischen Reich genügte eine Unze für eine Tunika, zu Kaisers Zeiten für einen Maßanzug, heute kostet die Unze wieder rund 1000 Euro - oder eben den Maßanzug. Es dauere eine Weile, bis alle Kunden diese Logik begriffen, sagt Flossbach, "inzwischen muss man einige sogar bremsen, die würden sonst einen Großteil ihres Geldes nur in Gold anlegen".

Global wandert Gold immer in jene Regionen, in denen der Wohlstand wächst. Seit 1999 hat der Westen vor allem an Asiaten verkauft. Nur mit Gold können sich die Zentralbanken dort schützen gegen die Abwertung ihrer hohen Währungsreserven in Dollar, Euro und Yen. China kauft sich zusätzlich bei ausländischen Goldminen ein.

Goldminenaktien sind eine attraktive, wenn auch riskantere Ergänzung zum physischen Gold. Das fünf Milliarden Dollar schwere Minenfeld von John Paulson besteht vor allem aus Unternehmen mit umfangreichen Goldreserven. David Einhorn setzt auf Streuung und begnügt sich mit einer Investition in einen Goldminen-ETF. Eric Sprott vertraut auf die eigene Expertise. Sein Portfolio ist gespickt mit vielen hierzulande noch kaum bekannten Minenaktien. Eher auf Standardwerte setzt Eric Mindich, der Positionen in Barrick, Newmont und Gold Fields aufstockte. Viele der Hedgefondsfavoriten wurden schon früh von der WirtschaftsWoche empfohlen.

Steigende Gesamtkosten

Privatanleger, denen die Einzelwerte zu riskant sind, können Fonds kaufen. Einer der besten deutschen Goldminenfonds ist der Stabilitas Pacific Gold + Metals, in dem rund 26 Millionen Euro stecken. Evy Hambro vom Vermögensverwalter Blackrock aber managt gut 200-mal so viel.

Evy Hambro ist es gewohnt, dass Besucher ihn erst mal ungläubig mustern; so als fragten sie sich, ob der junge Mann, der ihnen da die Hand entgegenstreckt, wirklich Hambro ist, einer der mächtigsten Männer der Bergbauindustrie. Mit 38 ist er zwar noch etwas arm an Jahren, nicht aber an Erfahrung. Mit 25, frisch von der Uni, vertraute ihm Merrill Lynch 1997 den Managerposten für einen Goldminen-Aktienfonds an. Der Fonds war damals ein Nischenprodukt. "1997 war das Interesse an der Anlageklasse Gold auf nahe null gesunken", erinnert sich Hambro.

Die Wende kam unerwartet: "Anfang 2002 zogen an der Londoner Metallbörse plötzlich die Preise an; anfangs hielten wir das für normale Schwankungen, doch die Kurse stiegen weiter." Der Boom kam in Gang. "Plötzlich gaben sich hier die Manager von Versicherungen und Hedgefonds die Klinke in die Hand", erinnert sich Hambro. Heute ist er so einflussreich, dass Kritiker meinen, er bestimme viele Aktienkurse in der Goldbranche fast alleine. Gut acht Milliarden Dollar sind viel Geld in der überschaubaren Branche. Weltweit gibt es keine 100 Aktien, mit denen der Börsenhandel flüssig genug ist für einen Fonds dieser Größe. "Wir hörten oft, dass die Chefs der Minen uns als Kaufargument für ihre Aktien nutzen, wenn sie bei anderen Investoren anklingeln", berichtet Hambros ehemaliger Co-Manager Graham Birch. "Spätestens auf Folie fünf der Präsentation kam meist der Hinweis, dass auch Hambro gekauft habe."

Kommentare zu " Geldanlage: Das Endspiel am Goldmarkt hat begonnen"

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  • 37 auenland - sehr richtig analysiert - großen Teils besser als der Artikel!
    ich glaube, man wird 50 Maßanzüge kaufen können, für eine Unze Gold - und die noch greifbaren Verantwortlichen für die Zinseszins-Misere samt ihrer Lohnschreiber werden - mit viel Glück - gesiebte Luft atmen...

  • Ausgezeichneter Artikel!
    Vieles spricht dafür, daß Gold noch LANGE nicht in einer blase ist:

    1. Überschuldung. im Gegensatz zu den 80ern, befindet sich heute die GESAMTE WESTLiCHE WELT in einem Zustand der ÜbERSCHULDUNG.

    2. Keine Wachstumsaussichten. im Gegensatz zu den 90ern, als die Computertechnik und anschließend die informationstechnik enorme Wachstumsschübe auslöste, welche über das Wachstum die bedienung der Zinsen ermöglichten, haben wir heute wesentlich höhere Zinslasten, bei vollständig gestättigten Märkten.

    3. Expontentielles Wachstum kennt nur der Krebs. Es ist ein WirtschaftsWACHSTUM jährlich etwa 2,5% notwendig, damit die Arbeitslosigkeit nicht STEiGT.
    Diese 2,5% bedeuten einen exponentiell steigenden Energieverbrauch, Rohstoffverbrauch, Ressourcenverbrauch.
    Aufgrund dieses zutiefst kranken, verbrecherischen Schuldgeldsystems der "Demokratien", wird der gesamte technologische Fortschritt von der Zinssklaverei mehr als aufgefressen und wir verbrauchen nicht weniger, sondern immer mehr Energie und Ressourcen.
    Das ganze Umweltschutzgetue ist bei einem kurzen blick auf das Geldsystem sofort als Heuchelei zu erkennen. Wer Umwelt und Planeten schützen will, muß die ZiNSKNECHTSCHAFT bESEiTiGEN.

    4. Realzinsen bestimmen den Goldpreis. Das Ende des Goldbooms in den 80ern wurde durch steigende Realzinsen bewirkt. Paul Volcker, Chef der US-Notenbank hob die Zinsen für US-Staatsanleihen auf mehr als 15% an.
    Das ging beim damaligen Schuldenstand der USA noch.
    Heute, bei gesättigten Märkten, überschuldeten Verbrauchern und Staaten ist dieser Weg schwer vorstellbar, ohne sofortige Zahlungsunfähigkeit auszulösen.

    5. Euro als Fehlkonstruktion. Aktuell erleben wir, wie die marxistische Fehlkonstruktion des Euro dazu führt, daß die Staaten, die etwas weniger pleite sind als andere, jetzt auch nach unten gezogen werden und höhere Zinsen zahlen werden.
    Um ein sofortiges Zerbrechen dieser Fehlkonstruktion zu verhindern, wird geklammert und das Problem nach hinten geschoben: man vergrößert "Rettungsschirme" und später, weil auch das nicht das Problem der Unterschiedlichkeit der Produktivität der Völker lösen kann, werden die Euro-Anleihen kommen!
    Das kann sich so noch ein paar Jahre hinziehen.

    Deshalb läßt sich die jetzige Entwicklung m.E. überhaupt nicht mit der 80er-Goldblase vergleichen. in den 80ern war nicht das Ende eines Kondratieffzyklus. Jetzt aber kommt er!

    im übrigen bin ich der Überzeugung, daß nach 60 Jahren noch nie erreichter Wohlstandsvertrottelung es auch höchste Zeit ist, daß Mutter Natur die Kreatur Mensch wieder auf den boden der Tatsachen herunterholt. inzwischen scheinen zu viele gar nicht mehr erkennen zu können, daß sie alleine überhaupt nichts sind und können und daß sie ihren hohen Zivilisationsgrad keineswegs einer fortschrittlichen Entwicklung zu verdanken haben, sondern einzig und allein den billigem fossilen Energieträgern.
    Es wäre nicht das Schelchteste, wenn die Millionenstädte wieder verschwinden würden und das Raubtier der Spezies Mensch um 90% reduziert werden würde.

  • @33
    Es darf ja jeder seine Meinung habe und vertreten!

    ich habe nicht geschrieben, daß ich alles reglementiert haben möchte. Darüberhinaus glaube ich sind wir uns doch wohl alle einig, daß das was hier geschrieben wird Stammtischgeplauder ist...
    Weil die Dinge oft nicht so einfach zu regeln sind.

    Zu dem Thema Regulieren: Geld ist wie Wasser - es sucht sich (noch extremer als Wasser) den Weg des geringsten Widerstands.
    ich bin sehr wohl der Meinung Angebot und Nachfrage treffen auf dem Markt zusammen und regeln den Markt.
    Aber in den Modellen wird immer ein homogener Markt vorausgesetzt!!! Diesen gibt es nicht und einen freien Markt gibt es schon allein wg. der Handelsbeschränkungen schon nicht (ob direkte H. wie Zölle, oder Einfuhrbeschränkungen, oder indirekte wie Zulassungsverfahren im Pharmabereich etwa).
    Ein beispiel: Mir ist klar, daß Kontrakte (Futers, Optionen...) in der Realwirtschaft dazu dienen, daß Preise (bsp. Wechselkurse bei Währungen, oder Einkaufspreise bei Rohstoffen...) auf eine bestimmte Zeit kalkulierbar bleiben, aber ich kann nicht verstehen, wofür wir ungedeckte Leerverkäufe brauchen (= ich verkaufen ein Gut, daß ich nicht besitze auf Termin), viele Spekulanten hebeln diese Leerverkäufe dann um den Gewinn auszureitzen. Hier wird eine künstliche Nachfrage erzeugt, die mit der Realwirtschaft nichts mehr zu tun hat. Kann sich noch jemand an die Kursexplosion bei VW erinnern? Dies ist entstanden weil Hedgefonds die Aktie leerverkauft haben (weil sie von geringeren Autoverkäufen ausgegangen sind, ergo fallende Kurse bei der Aktie), Porsche dann veröffentlicht hat, daß über Optionen usw. bereits etwa 75% der Aktien in ihrem besitz hatte, die Hedgefondsmanager festgestellt haben, daß nur noch 25% im freien Handel verfügbare Aktien waren und nun wurde gekauft weil man ja irgendwann die Position schließen mußte!!! Nun ging es nicht mehr um die Autoverkäufe, sondern um eine Wette die nicht aufgegangen ist!!! Das hat mit der Realwirtschaft nichts mehr zu tun.

    Aber eines muß ich natürlich zugeben: für mich gilt natürlich auch, daß dies nur ein Teil des Problems ist und ich mir nicht anmaßen möchte DiE Lösung parat zu haben. Denn wenn man bspw. Leerverkäufe verbietet muß man das Weltweit tun und die Amerikaner werden dabei nie mitmachen. Das liegt schon an deren Regierungsbildung: Der größte Spekulant weltweit ist Goldman Sachs --> die Hälfte der im US-Finanzministerium beschäftigten Mitarbeiter war bei GS und dies setzt sich bei der FED fort!!!

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