Geldanlage
Das Endspiel am Goldmarkt hat begonnen

  • 38

Wie jede größere Hausse läuft die von Gold in drei Phasen: In der erste Phase, die 2000 begann, setzten nur Überzeugungstäter auf Gold. Von etwa 2005 an stiegen dann weitsichtige Profianleger wie Paulson ein. Jetzt steht Gold in der dritten Phase. Diese könnte irgendwann stark von Spekulation getrieben sein, weil auch die Masse der Anleger auf den Zug springt. Den Startschuss für den Eintritt in diese Phase gab die nachhaltige Überwindung der 1 000-Dollar-Marke Ende 2009. Flossbach sieht noch kein Ende der Hausse. "Hätten wir eine Goldblase, gäbe es mehr Leute, die Gold kaufen, um es schnell mit Gewinn wieder loszuschlagen; aber das ist nicht so. Gold wandert in den Tresor oder in das Bankschließfach."

Bullenmarkt historischer Dimension

Im letzten großen Goldrausch, der im Januar 1980 bei einem Goldpreis von 850 Dollar pro Unze endete, erreichte der Anteil von Gold und Goldminenaktien am weltweiten Finanzvermögen 26 Prozent. Aktuell liegt die Goldquote bei 0,8 Prozent.

Die letzte Hausse endete außerdem mit einem finalen Sprung: Binnen sechs Wochen verdoppelte sich der Goldpreis, in den letzten zehn Tagen vor dem Hoch stieg er um 35 Prozent. "Dem Gold-Bullenmarkt fehlt immer noch der krönende Abschluss in Form extremer Kursanstiege", sagt Markus Mezger vom Vermögensverwalter Tiberius. Erst nach einem Anstieg von mehreren Hundert Dollar in wenigen Tagen, begleitet von einer Kaufpanik, sei es Zeit, sich von Gold zu verabschieden. Mezger: "Für eine Unze Gold bekommt man immer einen guten Anzug, auf Dauer aber nicht zwei." Noch aber gilt: Dabei sein ist alles - in einem der größten Bullenmärkte aller Zeiten.

Kommentare zu " Geldanlage: Das Endspiel am Goldmarkt hat begonnen"

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  • 37 auenland - sehr richtig analysiert - großen Teils besser als der Artikel!
    ich glaube, man wird 50 Maßanzüge kaufen können, für eine Unze Gold - und die noch greifbaren Verantwortlichen für die Zinseszins-Misere samt ihrer Lohnschreiber werden - mit viel Glück - gesiebte Luft atmen...

  • Ausgezeichneter Artikel!
    Vieles spricht dafür, daß Gold noch LANGE nicht in einer blase ist:

    1. Überschuldung. im Gegensatz zu den 80ern, befindet sich heute die GESAMTE WESTLiCHE WELT in einem Zustand der ÜbERSCHULDUNG.

    2. Keine Wachstumsaussichten. im Gegensatz zu den 90ern, als die Computertechnik und anschließend die informationstechnik enorme Wachstumsschübe auslöste, welche über das Wachstum die bedienung der Zinsen ermöglichten, haben wir heute wesentlich höhere Zinslasten, bei vollständig gestättigten Märkten.

    3. Expontentielles Wachstum kennt nur der Krebs. Es ist ein WirtschaftsWACHSTUM jährlich etwa 2,5% notwendig, damit die Arbeitslosigkeit nicht STEiGT.
    Diese 2,5% bedeuten einen exponentiell steigenden Energieverbrauch, Rohstoffverbrauch, Ressourcenverbrauch.
    Aufgrund dieses zutiefst kranken, verbrecherischen Schuldgeldsystems der "Demokratien", wird der gesamte technologische Fortschritt von der Zinssklaverei mehr als aufgefressen und wir verbrauchen nicht weniger, sondern immer mehr Energie und Ressourcen.
    Das ganze Umweltschutzgetue ist bei einem kurzen blick auf das Geldsystem sofort als Heuchelei zu erkennen. Wer Umwelt und Planeten schützen will, muß die ZiNSKNECHTSCHAFT bESEiTiGEN.

    4. Realzinsen bestimmen den Goldpreis. Das Ende des Goldbooms in den 80ern wurde durch steigende Realzinsen bewirkt. Paul Volcker, Chef der US-Notenbank hob die Zinsen für US-Staatsanleihen auf mehr als 15% an.
    Das ging beim damaligen Schuldenstand der USA noch.
    Heute, bei gesättigten Märkten, überschuldeten Verbrauchern und Staaten ist dieser Weg schwer vorstellbar, ohne sofortige Zahlungsunfähigkeit auszulösen.

    5. Euro als Fehlkonstruktion. Aktuell erleben wir, wie die marxistische Fehlkonstruktion des Euro dazu führt, daß die Staaten, die etwas weniger pleite sind als andere, jetzt auch nach unten gezogen werden und höhere Zinsen zahlen werden.
    Um ein sofortiges Zerbrechen dieser Fehlkonstruktion zu verhindern, wird geklammert und das Problem nach hinten geschoben: man vergrößert "Rettungsschirme" und später, weil auch das nicht das Problem der Unterschiedlichkeit der Produktivität der Völker lösen kann, werden die Euro-Anleihen kommen!
    Das kann sich so noch ein paar Jahre hinziehen.

    Deshalb läßt sich die jetzige Entwicklung m.E. überhaupt nicht mit der 80er-Goldblase vergleichen. in den 80ern war nicht das Ende eines Kondratieffzyklus. Jetzt aber kommt er!

    im übrigen bin ich der Überzeugung, daß nach 60 Jahren noch nie erreichter Wohlstandsvertrottelung es auch höchste Zeit ist, daß Mutter Natur die Kreatur Mensch wieder auf den boden der Tatsachen herunterholt. inzwischen scheinen zu viele gar nicht mehr erkennen zu können, daß sie alleine überhaupt nichts sind und können und daß sie ihren hohen Zivilisationsgrad keineswegs einer fortschrittlichen Entwicklung zu verdanken haben, sondern einzig und allein den billigem fossilen Energieträgern.
    Es wäre nicht das Schelchteste, wenn die Millionenstädte wieder verschwinden würden und das Raubtier der Spezies Mensch um 90% reduziert werden würde.

  • @33
    Es darf ja jeder seine Meinung habe und vertreten!

    ich habe nicht geschrieben, daß ich alles reglementiert haben möchte. Darüberhinaus glaube ich sind wir uns doch wohl alle einig, daß das was hier geschrieben wird Stammtischgeplauder ist...
    Weil die Dinge oft nicht so einfach zu regeln sind.

    Zu dem Thema Regulieren: Geld ist wie Wasser - es sucht sich (noch extremer als Wasser) den Weg des geringsten Widerstands.
    ich bin sehr wohl der Meinung Angebot und Nachfrage treffen auf dem Markt zusammen und regeln den Markt.
    Aber in den Modellen wird immer ein homogener Markt vorausgesetzt!!! Diesen gibt es nicht und einen freien Markt gibt es schon allein wg. der Handelsbeschränkungen schon nicht (ob direkte H. wie Zölle, oder Einfuhrbeschränkungen, oder indirekte wie Zulassungsverfahren im Pharmabereich etwa).
    Ein beispiel: Mir ist klar, daß Kontrakte (Futers, Optionen...) in der Realwirtschaft dazu dienen, daß Preise (bsp. Wechselkurse bei Währungen, oder Einkaufspreise bei Rohstoffen...) auf eine bestimmte Zeit kalkulierbar bleiben, aber ich kann nicht verstehen, wofür wir ungedeckte Leerverkäufe brauchen (= ich verkaufen ein Gut, daß ich nicht besitze auf Termin), viele Spekulanten hebeln diese Leerverkäufe dann um den Gewinn auszureitzen. Hier wird eine künstliche Nachfrage erzeugt, die mit der Realwirtschaft nichts mehr zu tun hat. Kann sich noch jemand an die Kursexplosion bei VW erinnern? Dies ist entstanden weil Hedgefonds die Aktie leerverkauft haben (weil sie von geringeren Autoverkäufen ausgegangen sind, ergo fallende Kurse bei der Aktie), Porsche dann veröffentlicht hat, daß über Optionen usw. bereits etwa 75% der Aktien in ihrem besitz hatte, die Hedgefondsmanager festgestellt haben, daß nur noch 25% im freien Handel verfügbare Aktien waren und nun wurde gekauft weil man ja irgendwann die Position schließen mußte!!! Nun ging es nicht mehr um die Autoverkäufe, sondern um eine Wette die nicht aufgegangen ist!!! Das hat mit der Realwirtschaft nichts mehr zu tun.

    Aber eines muß ich natürlich zugeben: für mich gilt natürlich auch, daß dies nur ein Teil des Problems ist und ich mir nicht anmaßen möchte DiE Lösung parat zu haben. Denn wenn man bspw. Leerverkäufe verbietet muß man das Weltweit tun und die Amerikaner werden dabei nie mitmachen. Das liegt schon an deren Regierungsbildung: Der größte Spekulant weltweit ist Goldman Sachs --> die Hälfte der im US-Finanzministerium beschäftigten Mitarbeiter war bei GS und dies setzt sich bei der FED fort!!!

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