Geldpolitik
Opec-Staaten hadern mit dem Dollar

In der Organisation Erdöl exportierender Staaten (Opec) sind erneut Forderungen laut geworden, den Dollar als Fakturierungswährung abzulösen. Das wichtige Exportland Saudi-Arabien will aber noch am Dollar festhalten und nicht auf den Euro umsteigen. Doch die Währungsfrage deckt ein Dilemma in der Geldpolitik auf.

hn TEL AVIV. Dies beschlossen am Wochenende der Finanzminister und der Zentralbankchef Saudi-Arabiens nach einem Treffen mit dem Shura-Council, dem Beratergremium des Königs. Das Königreich werde vorläufig weder seine Währungs- noch seine Geldpolitik ändern. Damit widersetzt sich Saudi-Arabien dem Vorschlag Venezuelas und Irans, die Ölrechnungen nicht mehr in Dollar auszustellen, sondern sich auf einen Währungskorb oder den Euro festzulegen.

Nachdem Venezuela und Iran den Vorschlag, der bereits im November am Opec-Gipfel vorgetragen worden war, unterstützen, ist daraus ein politisches Thema geworden. „Es ist in den Golfländern kein politischer Wille vorhanden, den Dollar fallenzulassen“, sagt die Volkswirtschafterin Mary Nicola von der Standard Chartered-Bank in Dubai, „aber die Option ist nicht vom Tisch.“ Schneller als die Absage an den Dollar ließe sich eine Neubewertung der Währungen realisieren. Bis Ende des ersten Quartals rechnet Nicola mit einer Neubewertung von rund acht Prozent.

Die Golf-Staaten stünden in der Währungsfrage vor einem Dilemma, so Nicola. Durch die Bindung an den Dollar würden sie eine gefährliche Geldpolitik importieren. Während die Golfkooperationsstaaten boomen, stehen die Zeichen in den USA auf Rezession. Die Fed kürzt die Zinsen, um die Konjunktur anzukurbeln und die Wirtschaft mit Liquidität zu versorgen. Die Golfländer verfügen zwar über reichlich Liquidität, müssen aber wegen der Dollarbindung die Zinsen senken. Die Geldmenge steige in einigen Ländern um 20 bis 40 Prozent pro Jahr, was die Inflation in die Höhe treibe und politische Risiken beinhalte.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%