Gemeinschaftswährung
Euro klettert am Dienstag über 1,29 Dollar

Europas Gemeinschaftswährung ist leicht im Aufwind: Am Dienstag kostete der Euro 1,2970 Dollar - knapp einen halben Cent mehr als am Vorabend. Investoren haben unterdessen die Anleihen-Versteigerung in Italien im Blick.
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FrankfurtMit Rückenwind vom Aktienmarkt hat der Euro am Dienstag etwas zugelegt. Mit 1,2970 Dollar notierte die Gemeinschaftswährung am frühen Nachmittag mehr als einen halben US-Cent höher als am Vorabend. „Der Euro folgt nur den Aktien nach oben“, sagte Devisenhändler Volker Weber von MM Warburg. „Neue Impulse gibt es nicht, und ohne die US-Marktteilnehmer sind die Umsätze sehr gering.“ In New York blieb am Dienstag die Börse in der Wall Street an der teils durch den Wirbelsturm „Sandy“ überfluteten Südspitze Manhattans geschlossen.

Unterstützung bekam der Euro von Konjunkturdaten aus Spanien. So schrumpfte die Wirtschaft dort im dritten Quartal mit 0,3 Prozent weniger stark als mit 0,4 Prozent erwartet. Zudem verlief am Rentenmarkt die Auktion langlaufender italienischer Anleihen reibungslos. Die Regierung in Rom nahm über die Ausgabe von fünf- und zehnjährigen Papiere insgesamt sieben Milliarden Euro ein. Damit hat Italien nach Angaben der Schuldenagentur schon 92 Prozent des diesjährigen Emissionsvolumens unter Dach und Fach gebracht. Für das laufende Jahr werden 470 Milliarden veranschlagt.

Am Wochenende hatte Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi mit dem Sturz der Regierung von Mario Monti gedroht, der den Märkten als Garant für den Konsolidierungskurs des Landes gilt. Dies hatte die Renditen für gehandelte zehnjährige Anleihen am Montag wieder über fünf Prozent gehievt. Am Dienstag gab die Rendite etwa einen Basispunkt auf 4,99 Prozent nach. Deutsche Bundesanleihen waren kaum nachgefragt. Der Bund-Future rutschte um 24 Ticks auf 141,46 Zähler.

Am Morgen hatten die Anleger in Fernost mit Yen-Käufen auf eine weitere geldpolitische Lockerung durch die Notenbank des Landes reagiert. Die Zentralbank will im Kampf gegen eine drohende Rezession ihr Programm zum Ankauf von Wertpapieren ausweiten und Banken auch langfristig zu günstigen Konditionen Geld verleihen. Doch vielen Anlegern, die zuvor noch Yen verkauft hatten, ging das nicht weit genug. Der Dollar sank auf 79,55 von 79,77 Yen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Der Morgenthau-Plan oder warum Europa verblutet.
    Die Euro- und EU-Verträge, von der deutsch-französische Achse entworfen und durchgesetzt, führen zu eine Art Morgenthau-Plan für die Peripherieländer der Währungsunion.
    Die wirtschaftlich schwache Euro-Länder werden, weil ihre Wirtschaft gegen die stärkere Wirtschaften nicht geschützt ist, immer schwächer. Dies führt dazu dass vielen jungen und gut ausgebildete Menschen aus diesen Länder keine andere Alternative bleibt als Europa den Rücken zu kehren und ihr Glück auf andere Kontinente zu suchen.
    Diese Hämorrhagie ist nicht nur eine menschliche Tragödie aber auch wirtschaftlich nachteilig für Europa. Bedingt durch den permanenten deutschen Leistungsbilanzüberschuss, ist der Euro für die meisten andere Euro-Länder überbewertet und erschwert diesen Ländern Exporte und bremst deren Importe nicht ab. Folge: Wirtschaftlicher Niedergang. Der führt dann zu geringeren Staatseinnahmen, die wiederum zu einer höheren Verschuldung, die wiederum zu höheren Zinsen für das Land und seine Wirtschaft.
    Dazu kommt dass die Gewinne die deutsche Konzerne über den Export z.B. in Italien erzielten sehr oft nicht in Italien sondern in Nicht-Euro-Ausland reinvestiert wurden, besonders in die ehemalige Länder des Ost-Block.
    Niemand soll sagen, dass diese Dinge nicht absehbar gewesen seien - dass ist Ökonomie-Grundstudiums-Wissen.
    Was Europa braucht sind Vertragsänderungen die zu einer Wirtschaftskonvergenz innerhalb der Währungsunion führen und zu einer horizontalen Arbeitsteilung, Vertragsänderungen die den natürlichen Standortsnachteile der Peripherieländer berücksichtigen und entgegen wirken.

  • Letztes Aufbäumen einer zum Tode verurteilten Währung!

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