Gemeinschaftswährung
Euro steht kurz vor Rekordhoch

Der Euro hat am Freitag kurz vor Beginn des G-7-Treffens in Washington weiter zugelegt. Die Gemeinschaftswährung kletterte um einen halben US-Cent auf 1,3549 Dollar und notierte damit zum Dollar so hoch wie seit Januar 2005 nicht mehr.

HB FRANKFURT. Zum Yen erreichte der Euro den vierten Tag in Folge zeitweise ein Rekordhoch. „Angeschlagen und bereits angezählt“, bescheinigen die Analysten des Bankhauses Metzlers dem Dollar. Immerhin ist der Euro nun nur noch gut einen US-Cent von seinem Rekordhoch von 1,3667 Dollar entfernt, das er zum Jahresende 2004 aufgestellt hatte.

Selbst der unerwartete Rückgang des Defizits in der US-Handelsbilanz im Februar half der US-Währung kaum. Relativ wenig Einfluss auf die Kursgestaltung hatte auch der Anstieg der Erzeugerpreise im März. Insgesamt fiel der Anstieg stärker als erwartet aus, doch war der Preisanstieg in der Kernrate ohne Lebensmittel und Energie geringer als von den Analysten vorausberechnet.

Auslöser des Euro-Kursanstiegs sind Spekulationen auf weiter steigende Zinsen in der Euro-Zone, nachdem EZB-Chef Jean-Claude Trichet am Vortag Analysten zufolge den nächsten Zinsschritt für den Sommer signalisierte. Dies hatte schon am Vorabend den Euro zeitweise über 1,35 Dollar gebracht, ehe er in New York wieder unter diese Marke fiel.

Die Finanzminister und Notenbankchefs der sieben führenden Industrieländer (G-7) treffen sich am Freitag und am Wochenende in Washington. Mit Blick auf dieses Treffen und die Entwicklung an den Devisenmärkten hatte Trichet am Vortag erklärt, die Wirtschaft Japans erhole sich, und der Wechselkurs solle dies widerspiegeln. Dies hatte den Yen am Donnerstagnachmittag gestärkt, obwohl kaum jemand mit einer klaren Aussage der G-7 zu den Wechselkursen rechnet. „Grundsätzlich glaubt der Markt nicht, dass die G-7 etwas Konkretes zur Yen-Schwäche sagen wird“, erklärte Analyst Niels From von Dresdner Kleinwort in Frankfurt.

Vor dem G-7-Treffen seien die Marktteilnehmer aber vorsichtig - zumal derzeit eine Reihe von Währungen charttechnisch an besonders wichtigen Marken stehen. „Auch wenn auf dem G-7-Gipfel heute wohl nicht explizit über den Yen gesprochen wird, hat Trichet die Märkte auf Gewinnmitnahmen eingestellt“, erklärten die Analysten der Commerzbank den Kursanstieg des Yen.

Der Dollar fiel zum Yen auf 118,54 Yen von über 119 Yen am Vorabend in New York. Der Euro stieg zeitweise auf 160,87 Yen und damit so hoch wie noch nie seit seiner Einführung an den Finanzmärkten 1999. Im Verlauf bröckelte der Euro aber auf 160,40 Yen ab, da einige Anleger auch hier lieber Kasse machten.

Die EZB legte den Referenzwert des Euro mit 1,3532 (Vortag 1,3467) Dollar fest. Im Referenzkursverfahren der Banken (EuroFX) stieg der Euro auf 1,3540 (1,3455) Dollar. Zum Yen gab er beim Banken-Fixing leicht auf 160,20 Yen von 160,63 Yen nach

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