Gemeinschaftswährung
Euro steigt nach ZEW-Konjunkturerwartungen

Der Euro ist dank positiver Wirtschaftsdaten gestiegen. Der Dollar blieb nahe des Vier-Wochen-Tiefs, nachdem der frühere US-Finanzminister Lawrence Summers seine Kandidatur für den Fed-Chefposten zurückzog.
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Tokio
Der Kurs des Euro ist am Dienstag nach positiven Wirtschaftsdaten aus Deutschland gestiegen. Der ZEW-Konjunkturindex war auf den höchsten Stand seit dreieinhalb Jahren geklettert. Am späten Nachmittag wurde die Gemeinschaftswährung mit 1,3351 US-Dollar gehandelt.

In der Nacht war der Kurs noch bis auf 1,3326 Dollar gefallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs am frühen Nachmittag auf 1,3356 (Montag: 1,3357) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7487 (0,7487) Euro.

Die konjunkturelle Lage in Deutschland und der Eurozone hat sich nach Einschätzung von Finanzmarktanalysten im September weiter aufgehellt. Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland kletterten mit 49,6 Punkten auf den höchsten Stand seit April 2010 und auch der entsprechende Wert für die Eurozone verbesserte sich kräftig.

„Die günstigeren wirtschaftlichen Aussichten haben den Euro gestützt“, sagte Stephan Rieke, Devisenexperte von der BHF-Bank. „Das konjunkturelle Bild für die Eurozone hat sich zuletzt merklich aufgehellt.“

Auch die Erwartungen an die Geldpolitik der US-Notenbank (Fed) würden den Eurokurs stabilisieren, sagte Rieke. Die US-Notenbank werde zwar an diesem Mittwoch möglicherweise eine leichte Reduzierung des Anleihekaufprogramms beschließen. Gleichzeitig dürfte sie jedoch ihr Versprechen niedriger Leitzinsen verlängern, was einen Anstieg des Dollarkurses verhindern sollte, sagte Rieke.

Zudem ist laut dem Experten auch nicht ausgeschlossen, dass die Fed ganz auf eine Reduzierung des Anleihekaufprogramms verzichtet. Der schwache Anstieg der US-Verbraucherpreise im August sollte die Notenbank in ihrer Ansicht bestärken, dass derzeit keine Inflationsgefahren bestünden. Der Euro dürfte also dank der weiterhin expansiven Geldpolitik der US-Notenbank gut unterstützt bleiben, sagte Rieke.

Der Dollar blieb nahe eines Vier-Wochen-Tiefs, nachdem der frühere US-Finanzminister Lawrence Summers seine Kandidatur für den Fed-Chefposten überraschend zurückgezogen hatte. Nun ist Fed-Vizechefin Janet Yellen die Favoritin für die Nachfolge von US-Notenbankchef Ben Bernanke. Sie steht für eine Fortsetzung der ultra-lockeren Geldpolitik Bernankes.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,8397 (0,8385) britische Pfund, 132,44 (132,05) japanische Yen und 1,2375 (1,2374) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 1312,25 (1324,00) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 31 170,00 (31 110,00) Euro.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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