Gemeinschaftswährung

Notenbank-Initiative hält Euro im Plus

Die Ankündigung der Zentralbank, ab sofort notfalls unbegrenzt Bonds verschuldeter Euro-Länder zu kaufen, hat die Währung stabilisiert: Der Euro notiert weiter über 1,30 Dollar. Doch bald könnte es wieder abwärts gehen.
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Das Logo der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main. Quelle: dapd

Das Logo der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main.

(Foto: dapd)

FrankfurtDie Aussicht auf Bondkäufe von Euro-Krisenstaaten durch die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Gemeinschaftswährung zum Wochenschluss über 1,30 Dollar gehalten. EZB-Chef Mario Draghi hatte nach der Ratssitzung am Donnerstag erklärt, die Notenbank sei ab sofort Willens und in der Lage bei Bedarf unbegrenzt Staatsanleihen überschuldeter Euro-Länder zu kaufen. Der Euro notierte am Freitag bei 1,3012 Dollar.

„Auch wenn Draghi nicht viel zu dem neuen Anleihekaufprogramm (OMT) sagte, schien dem Markt die Aussage, dass das Programm startklar wäre, auszureichen, um in den Feier-Modus zu schalten“, sagte Commerzbank-Analystin Thu Lan Nguyen. Aus ihrer Sicht steht die Erholungsphase beim Euro allerdings auf wackligen Beinen: Solange die Regierungen sich zierten, Hilfen zu beantragen, dürfte die Lage an den Märkten weiter angespannt bleiben. Die EZB hatte es zur Bedingung gemacht, dass die Krisenländer zunächst unter den Rettungsschirm schlüpfen, bevor sie mit Bondkäufen aktiv wird.

Im Tagesverlauf dürften die Anleger ihren Fokus vor allem auf die US-Arbeitsmarktdaten richten. Helaba-Analyst Ralf Umlauf sieht eine kleine Chance für eine positive Überraschung bei dem Arbeitsmarktbericht.

Am Rentenmarkt hatte der Bund-Future das Nachsehen: Der Terminkontrakt fiel um 38 Ticks auf 141,32 Punkte.

  • rtr
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6 Kommentare zu "Gemeinschaftswährung: EZB-Initiative hält Euro im Plus"

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  • @ eine-Frage,
    Peripherieländer = Länder mit schlechtem Standortfaktor
    (Naturliche Standortsvorteile und -nachteile)
    Hat mit Nord und Süd nicht unbedingt etwas zu tun.
    Einfach googeln! Standortfaktor

  • Wen interessiert schon der Wechselkurs zwischen Euro und Dollar? Der schwankt je nachdem, ob Herr Draghi oder Herr Bernanke gerade mehr Milliarden aus dem Nichts erzeugt.

    Interessant ist der Wechselkurs des Euro zu Gold, Silber, Aktien oder meinetwegen auch Immobilien.
    Und da sieht es langfristig nicht gut aus für die Schwindel-Gemeinschaftswährung.

  • Sie sprechen vom Export der Südländer. Was genau meinen Sie damit?

  • Was die EZB macht ist das einzige was z.Z. gemacht werden kann, das Problem sind die EU-Verträge selbst:
    Die Euro- und EU-Verträge, von der deutsch-französische Achse entworfen und durchgesetzt, führen zu eine Art Morgenthau-Plan für die Peripherieländer der Währungsunion.
    Die wirtschaftlich schwache Euro-Länder werden, weil ihre Wirtschaft gegen die stärkere Wirtschaften nicht geschützt ist, immer schwächer. Dies führt dazu dass vielen jungen und gut ausgebildete Menschen aus diesen Länder keine andere Alternative bleibt als Europa den Rücken zu kehren und ihr Glück auf andere Kontinente zu suchen.
    Diese Hämorrhagie ist nicht nur eine menschliche Tragödie aber auch wirtschaftlich nachteilig für Europa. Bedingt durch den permanenten deutschen Leistungsbilanzüberschuss, ist der Euro für die meisten andere Euro-Länder überbewertet und erschwert diesen Ländern Exporte und bremst deren Importe nicht ab. Folge: Wirtschaftlicher Niedergang. Der führt dann zu geringeren Staatseinnahmen, die wiederum zu einer höheren Verschuldung, die wiederum zu höheren Zinsen für das Land und seine Wirtschaft.
    Niemand soll sagen, dass diese Dinge nicht absehbar gewesen seien - dass ist Ökonomie-Grundstudiums-Wissen.
    Was Europa braucht sind Vertragsänderungen die zu einer Wirtschaftskonvergenz innerhalb der Währungsunion führen und zu einer horizontalen Arbeitsteilung, Vertragsänderungen die den natürlichen Standortsnachteile der Peripherieländer berücksichtigen und entgegen wirken.
    Es geht um Europa, nicht um Deutschland das aber nur Teil davon ist!

  • Der Weg der immerwährenden Stützung maroder Staatshaushalte durch Einschießen von Geld der EZB ohne Sicherheiten zum Ankauf von Staatsanleihen wird nicht dadurch erfolgversprechender oder gar vertrauenerweckender, weil man ihn wiederholt als endlos und unbegrenzt ankündigt. Das Gegenteil ist der Fall...würden derartige Versprechen nachhaltig Wirkung zeigen, müßten sie nicht andauernd wiederholt werden. Man kommt eben an der Realität nicht mit Wunschdenken vorbei.

  • Stabilisieren nennt man so etwas also....grossartig, weiter so. Muss ich einem KRanken mit Lungenkrebs demnächst auch ne Schachtel Zigaretten bringen damit er sich aufgrund seiner Sucht nicht schlecht fühlt.

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