Gemeinschaftswährung notiert unter 1,21 Dollar
Zinsspekulationen lasten weiter auf Euro

Der Euro hat am Mittwoch angesichts anhaltender Spekulationen über eine früher als erwartete Zinserhöhung in den USA leicht nachgegeben und sich weiter in der Nähe seines Vier-Monats-Tiefs zum Dollar bewegt.

HB FRANKFURT. „Wir sehen am Devisenmarkt immer noch die Auswirkungen der US-Arbeitsmarktdaten von Freitag“, sagte Stefan Schilbe, Chefvolkswirt bei HSBC Trinkaus & Burkhardt. Am Freitag hatte ein überraschend deutlicher US-Stellenzuwachs im März an den Finanzmärkten Spekulationen über eine früher als erwartete Zinserhöhung in den USA genährt und damit den Euro belastet. Höhere Zinsen in den USA machen Geldanlagen in US-Dollar für Investoren attraktiver, während Anlagen in Euro an Anziehungskraft verlieren.

Der Euro lag gegen Mittag bei 1,2086 Dollar nach einem Vortagesschlusskurs bei 1,2131 Dollar in New York. In den vergangenen beiden Tagen war die Gemeinschaftswährung zeitweise unter 1,20 Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit vier Monaten zum US-Dollar gefallen.

„Der Impuls aus den US-Arbeitsmarktdaten hält weiter an, aber es gibt Abwärtsrisiken für den Dollar“, sagte Mitul Kotecha, Leiter der Devisenanalyse bei Credit Agricole Indosuez, mit Blick auf die bevorstehende Quartalssaison. „Der Markt ist sehr optimistisch, was die US-Ergebnisse für das erste Quartal angeht und jede Enttäuschung könnte den Dollar belasten.“

Nach Einschätzung von Börsianern wirkten sich die Äußerungen des Präsidenten der Federal Reserve Bank von St. Louis William Poole vom Dienstag eher weniger auf den Markt aus. Den Worten von Poole zufolge kann trotz der positiven Beschäftigungsentwicklung in den USA im März noch nicht sicher von einer soliden Erholung des Arbeitsmarktes ausgegangen werden.

Der Yen stieg zum Dollar zeitweise deutlich, nachdem die Ratingagentur Moody's das Rating für die japanischen Schulden in ausländischen Währungen auf „Aaa“ von zuvor „Aa1“ angehoben hatte. „Es gab eine große reflexartige Reaktion auf die Moody's- Hochstufung, aber ich glaube nicht, dass sich längerfristig viel geändert hat“, sagte Ian Gunner, Leiter der Devisenanalyse bei Mellon Bank. Gegen Mittag lag der Dollar bei 105,90 Yen, nachdem er nach der Hochstufung zeitweise bis auf 105,40 Yen gefallen war.

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