Gemeinschaftswährung notiert unter 1,80 Dollar
Euro fällt zu Dollar auf Vier-Monats-Tief

Der Euro ist im Devisenhandel am Mittwoch auf seinen tiefsten Stand zum Dollar seit vier Monaten gefallen. Kursverluste verzeichnete die Gemeinschaftswährung auch zum japanischen Yen.

Reuters FRANKFURT. Der Euro hatte Händlern zufolge das Nachsehen, da sowohl für die USA als auch für Japan die Aussichten auf einen konjunkturellen Aufschwung günstiger sind als für die Euro-Zone. Der Dollar präsentierte sich zum Yen kaum verändert. Dennoch war Händlern zufolge viel Bewegung im Dollar-Yen-Handel. Viele Anleger spekulierten darauf, dass das japanische Finanzministerium angesichts der günstigen Konjunkturaussichten weniger am Devisenmarkt eingreifen könnte. Allerdings gab es auch Spekulationen über eine japanische Intervention am Dienstag.

Am Vormittag notierte der Euro mit 1,0767 Dollar nach 1,0802 Dollar zum Handelsschluss am Vorabend in New York. Das war der tiefste Stand seit April und lag rund zehn Prozent unter dem Jahreshoch von 1,1932 Dollar von Ende Mai. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Dienstagnachmittag noch mit 1,0849 Dollar ermittelt. Zum Yen pendelte die Gemeinschaftswährung um 125,15 Yen.Der Dollar lag bei 116,07 (Vorabend 116,09) Yen. „Der verbesserte Ausblick für die Weltwirtschaft bestärkt die Leute daran zu glauben, dass es auch in Japan eine zyklische Erholung geben wird“, sagte Währungsstratege Hans Redeker von der BNP Paribas. Aus diesem Grund sei ein weiterer Anstieg des Yen zu erwarten.

Nach Einschätzung einiger Händler intervenierte Japan am Dienstag mit Yen-Verkäufen, als der Dollar mit 115,83 Yen seinen niedrigsten Stand zur japanischen Währung seit Mitte Mai erreichte. In den vorangegangenen Monaten hatte es wiederholt massive Eingriffe der Japaner im Markt gegeben, um einen Anstieg des Yen und damit eine Verteuerung der für die japanische Wirtschaft essenziellen Exporte zu verhindern. Allerdings hatte Japans Finanzministerium Ende vergangener Woche für viele Marktteilnehmer überraschend mitgeteilt, das Land habe im August nicht am Devisenmarkt interveniert. „Jetzt testet der Markt die japanischen Behörden“, sagte ein Analyst. „Sollte sich der Glaube verfestigen, dass Japans wirtschaftliche Erholung nachhaltig ist, dann könnte die Regierung schrittweise ihre Bereitschaft zu Interventionen reduzieren. Stratege Redeker sagte: „Die Leute kaufen japanische Wertpapiere, und selbst wenn es noch Interventionen geben sollte, werden sie nicht das Ausmaß vergangener Eingriffe haben.“

Am Abend wird die US-Notenbank Fed ihren Konjunkturbericht für die abgelaufenen sechs Wochen (Beige Book) veröffentlichen. Dieser kann sich aber erst am Donnerstag in den Kursen der Euro-Renten niederschlagen, da der europäische Markt zum Zeitpunkt der Veröffentlichung (20.00 Uhr MESZ) bereits geschlossen ist.

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